Die Streitigkeiten zwischen Griechenland und der Türkei um Hoheitsrechte in der Ägäis dauern an. Der türkische Ministerpräsident Binali Yildirim sagte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Montag, die türkische Küstenwache habe eine griechische Fahne von einer der umstrittenen Felseninseln der Ägäis entfernt. Zudem empfahl er Griechenland demnach, auf «Provokationen und Hetze» zu verzichten.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg in Ankara, Griechenland solle nichts tun, was zu einer Krise in der Ägäis führen könnte. Das w3erde nicht unbeantwortet bleiben, warnte er. Zugleich warf er dem griechischen Verteidigungsminister Panos Kammenos, der sich immer wieder scharf in Richtung Türkei äußert, «Populismus» vor. Dessen «Frechheit» dürfe die Beziehungen zu Griechenland nicht beeinflussen, sagte Cavusoglu.

Fall wird weiter untersucht

Der griechische Regierungssprecher Dimitris Tzanakopoulos erklärte seinerseits: «Das Verteidigungsministerium und die Kriegsmarine bestätigen keine Verletzung des griechischen Bodens». Der Fall werde jedoch weiter untersucht. Griechenland werde keine Infragestellung seiner Hoheitsrechte akzeptieren, hieß es weiter. Die Aussagen Yildirms seien «provokativ», fügte der Athener Regierungssprecher hinzu.

Der Bürgermeister der, Ioannis Marousis, bestätigte der Athener Tageszeitung «Kathimerini», dass drei junge Griechen, die über Ostern seine Insel besuchten, die griechische Fahne auf der benachbarten unbewohnten Kleininsel Mikros Anthropofagos gehisst hätten.

dpa