Spionage für den Iran: Staatsanwalt fordert 20 Jahre Haft

Nicht erst seit der Eskalation des Syrienkonflikts ist die Türkei zum Ziel verstärkter Wühlarbeit seitens des iranischen Geheimdienstes geworden. Vor dem 4. Hohen Strafgerichtshof in Erzurum beantragte die Staatsanwaltschaft am heutigen Montag Haftstrafen in Höhe von bis zu 20 Jahren gegen vier Angeklagte, darunter zwei iranische Staatsangehörige. Das berichtet „Today’s Zaman”.

Die vier Männer sollen eine Reihe vertraulicher Dokumente der türkischen Streitkräfte (TSK), des Nationalen Geheimdienstes (MIT) und anderer öffentlicher Einrichtungen für 800 TL (€ 320) an iranische Geheimdienstoffiziere verkauft haben.

Der 115-seitigen Anklageschrift zufolge sollen die iranischen Agenten vor allem Vorstandsmitglieder der prokurdischen „Partei für Freiheit und Demokratie“ (BDP) angesprochen haben. Einer der Verdächtigen, Kamil Aras, gab an, vom iranischen Geheimdienst dazu aufgefordert worden zu sein, sowohl BDP-Parteibüros in Iğdır als auch den Gouverneurssitz und Militärgebäude in der Region zu fotografieren. Aras bestreitet, überhaupt Informationen weitergegeben zu haben.

Die Anklage schildert auch, wie es sich die iranische Regierung zur Taktik erhoben hat, erst bewusst Hindernisse für türkische Geschäftsleute an Grenzübergängen zu schaffen, um dann Staatsbeamte unter dem Vorwand, helfen zu wollen, an diese herantreten lassen. Später würden die Geschäftsleute dazu aufgefordert, Informationen zu sammeln und weiterzugeben. Einige seien für die Tätigkeit bezahlt worden.