Wer in den vergangenen Monaten an den deutschen Tankstellen getankt hat, wird es bemerkt haben. Die Spritpreise sind so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Grund dafür ist der Preisverfall für Rohöl. Dieser ist in den vergangenen sieben Monaten um rund 58 Prozent gesunken. Man könnte meinen, dass die niedrigen Preise auch an den Verbraucher weitergegeben werden. In der Türkei sind die Spritpreise dagegen nur um 18 bis 19 Prozent zurückgegangen. Gegen die ohnehin hohen Spritpreise formiert sich daher Widerstand.

Hohe Spritpreise trotz gesunkenem Ölpreis

„Der Liter Benzin ist je nach Ölpreis mit 4,1 TL und Diesel mit 3,6 TL sehr hoch. Die niedrigen Ölpreise sollten eins zu eins an den Verbraucher weitergegeben werden, in dem der Liter Benzin auf 2,1 TL und der Liter Diesel auf 1,8 TL abgesenkt werden. Für 1 Liter Benzin werden 2,84, für einen Liter Diesel 2,18 TL Steuern bezahlt“, kritisiert Umut Oran, Abgeordneter der oppositionellen Cumhuriyet Halk Partisi (Republikanische Volkspartei; CHP). Oran kritisiert zudem, dass die niedrigen Ölpreise sich auch nicht im öffentlichen Nahverkehr widergespiegeln.

Steueranteil für Sprit steigt stetig

Dabei ist der Steueranteil im Spritpreis im vergangenen Jahr stetig gestiegen. Im September vergangenen Jahres bestand der Benzinpreis aus 59 Prozent Steuern, im Oktober aus 61, im November 62 und im Dezember aus 66 Prozent. Gemeinsam mit den Niederlanden erreicht die Türkei im Dezember vergangenen Jahres damit den höchsten Steuersatz im Benzinpreis.

Der durchschnittliche Steuersatz bei einem Liter Benzin liegt in der Türkei bei den 28 EU-Staaten bei 59 Prozent. In Deutschland liegt die Quote bei 63 Prozent. Am niedrigsten liegt er in Bulgarien: dort beträgt der Steueranteil 48 Prozent.