Der Bosnienkrieg hat einen Namen: Srebrenica

71 neu exhumierte Opfer des Völkermordes im ostbosnischen Srebrenica werden am 22. Jahrestag des Verbrechens am 11. Juli in der Gedenkstätte Potocari beerdigt. Ein Lastwagen mit den Särgen der von serbischen Verbänden ermordeten muslimischen Zivilisten ist am Sonntag vom Friedhof in Visoko vor den Toren Sarajevos in Richtung Srebrenica aufgebrochen. Das jüngste Opfer war 15, das älteste 72 Jahre alt. Damit werden in der Gedenkstätte dann 6574 Ermordete ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Von den übrigen der bis zu 8000 Opfern fehlt noch jede Spur. Ihre Entdeckung ist so schwierig, weil serbische Einheiten nach diesem größten Kriegsverbrechen in Europa nach Ende des Zweiten Weltkriegs ihre Spuren verwischen wollten. Die ursprünglichen Massengräber wurden mit schweren Baumaschinen wieder geöffnet und die Leichen in Teilen in sogenannten Sekundärgräbern verscharrt. Forensiker müssen die Leichenteile erst wieder zusammenführen. Der Genozid wurde kurz vor dem Ende des Bürgerkrieges (1992-1995) begangen.