ARCHIV - Der Bürgermeister von Monheim, Daniel Zimmermann von der Jugendpartei Peto, steht am 12.01.2012 in Monheim vor dem Rathaus. Die Stadt will zwei islamischen Gemeinden kostenlos Grundstücke für den Bau zweier Gemeindezentren überlassen. Der Stadtrat muss nun entscheiden. Foto: Oliver Berg/dpa (zu dpa/lnw: «Stadtrat von Monheim will über Moscheepläne entscheiden» vom 26.10.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Stadt Monheim in Nordrhein-Westfalen will den Bau von Moscheen und Gemeindezentren islamischer Gemeinden mit 845 000 Euro unterstützen. Das hat der Stadtrat am Mittwochabend beschlossen. Die Pläne hatten über Monheim hinaus für Aufsehen gesorgt. Zu einer Bürgeranhörung kamen rund 900 Menschen. SPD, CDU, Grüne und FDP stimmten gegen den Antrag. Im Stadtrat hat die kommunale Partei Peto, die bei der letzten Wahl 65 Prozent der Stimmen erhalten hatte, die absolute Mehrheit.

Monheims Bürgermeister Daniel Zimmermann (Peto) will die Gemeinden aus den Hinterhöfen holen und besser integrieren. Mit den Zuschüssen der Stadt können diese die Grundstücke für den Bau von Moscheen und Gemeindezentren von städtischen Tochtergesellschaften kaufen. Der 100-prozentige Zuschuss für die Grundstücke entspreche einem Förderanteil von lediglich 15 Prozent der Investitionssumme, hatte Zimmermann betont.

Rund 300 E-Mails von Lesern einschlägiger rechtsradikaler Webseiten aus dem ganzen Bundesgebiet seien bereits bei ihm eigegangen, sagte Zimmermann. Jedoch hätten sich in einer Bürgeranhörung rund 80 Prozent der Monheimer grundsätzlich für eine Unterstützung der islamischen Gemeinden ausgesprochen. „Ich hoffe, dass die Moscheen auch stadtbildprägend sein werden und später einmal Baudenkmäler.“

Als reichste Stadt Nordrhein-Westfalens könne sich Monheim die Förderung leisten. Duisburg habe bereits eine Moschee mit 40 Prozent bezuschusst.

Die SPD wiederum kritisierte, dass als Vertragspartner in einem Fall der aus der Türkei gesteuerte islamische Dachverband Ditib fungiere.

Der Zuschuss sieht die Auflage vor, dass die Minarette eine Gesamthöhe von höchstens 25 Meter nicht überschreiten darf.  Außerdem müssen sich die Gemeinden zu Verfassungstreue und Toleranz verpflichten. Den Bau von Moscheen und Gemeindezentren haben sie selbst zu schultern. (dpa/dtj).