Die Gülen-Bewegung in Deutschland hat in einer Pressekonferenz am 13.12.2017 in Berlin an die Bundesregierung appelliert, sich mit klaren Worte gegen die Bedrohung hier lebender Türken durch die Regierung in Ankara zu wenden.

Die Gülen-Bewegung in Deutschland hat an die Bundesregierung appelliert, sich mit klaren Worte gegen die Bedrohung hier lebender Türken durch die Regierung in Ankara zu wenden. Auf Grund des Drucks durch regierungsnahe türkische Organisationen seien die Aktivitäten der Vereine der Gülen-Bewegung erheblich beeinträchtigt worden, insbesondere in der Bildung, sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Dialog und Bildung, Ercan Karakoyun, am Mittwoch in Berlin. So seien Nachhilfeeinrichtungen und Schulen geschlossen worden, weil sich die Schüler oder ihre Eltern bedroht sahen. Inzwischen entspanne sich die Situation langsam wieder.

Karakoyun wies Darstellungen zurück, die Gülen-Organisationen würden einen fundamentalistischen Islam vertreten. Sie stünden vielmehr für einen Islam, der mit demokratischen Werten und Menschenrechten vereinbar sei. Auch würden sie die Gleichberechtigung von Mann und Frau vertreten sowie die Trennung von Staat und Religion. Sie bemühten sich zudem um einen Dialog der Religionen. Er räumte jedoch ein, dass die Gülen-Bewegung bisher wenig transparent agiert habe. Die Krise sehe er unter anderem in diesem Punkt als Chance.

Die Stiftung Dialog und Bildung ist Ansprechpartner für «Hizmet». Sie ist wiederum die zentrale Institution der Gülen-Bewegung in Deutschland. Die Bundesregierung hält die Bewegung – anders als Ankara – nicht für eine Terrororganisation. Sie wird nicht vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Aktivitäten ihrer Anhänger in Deutschland spielen sich nach Einschätzung der Behörden vor allem im gesellschaftlichen Bereich ab. Sie betreiben Bildungseinrichtungen und organisieren Veranstaltungen. Dabei suchen sie auch den Kontakt zu deutschen Politikern.

dpa