„stern“-Wahlumfrage: Weiter Kurs auf Große Koalition

Ist es ein Resultat auf das gescheiterte Euro-Hawk-Projekt oder einfach nur ein Hinweis darauf, dass sich die Leihstimmenwähler langsam in Stellung bringen? Die Union hat jedenfalls im wöchentlichen Wahltrend von „Stern“ und RTL leicht in der Wählergunst verloren.

In der am Mittwoch veröffentlichten Forsa-Umfrage gab sie einen Punkt auf 40 Prozent ab. Davon profitierte der Koalitionspartner: Die FDP legte einen Punkt zu auf fünf Prozent. Weiterhin nicht auf Touren kommt der Wahlkampf der SPD unter dem glücklosen Spitzenkandidaten Peer Steinbrück. Sie kommt nicht aus der 24-Prozent-Zone empor, in dem sie bereits in den letzten Monaten feststeckte. Auch die Grünen, die auf 13 Prozent kommen, bleiben weit unter ihren Spitzenwerten der Vorjahre.

Rund 100 Tage vor der Bundestagswahl am 22. September liegt die schwarz-gelbe Koalition damit unverändert acht Prozentpunkte vor SPD und Grünen, hätte aber ebenso wenig eine Mehrheit zur Regierungsbildung wie Rot-Grün.

Die Linke verbesserte sich in der Umfrage um einen Punkt auf neun Prozent. Das Kapitel „Piratenpartei“ in der Geschichte deutscher Parlamentsparteien scheint hingegen unaufhaltsam zu Ende zu gehen, während ein neues mit der Anti-Euro-Partei „Alternative für Deutschland“ gar nicht erst aufgeschlagen werden könnte. Beide verloren je einen Prozentpunkt und hätten mit je zwei Prozent keinerlei Chancen auf einen Einzug in den Bundestag.

Das Forsa-Institut befragte zwischen dem 3. und 7. Juni 2.501 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger. (dtj/dpa)