Hinter den hohen Militärausgaben Griechenlands steckt ein geopolitisches Problem, das seit Jahrzehnten in der Region für Verunsicherung sorgt: der Streit zwischen Griechenland und der Türkei um Hoheitsrechte in der Ägäis und der damit verbundene Zypernkonflikt. Das Wettrüsten mit der siebenmal so großen Regionalmacht Türkei ist einer der Gründe, die Griechenland mitunter in den finanziellen Ruin getrieben haben.

Die beiden Nato-Staaten Griechenland und die Türkei standen in den vergangenen Jahrzehnten mehrmals einen Schritt vor einem Krieg. Zuletzt ging es 1996 um zwei Felseninseln der Inselgruppe der Dodekanes. Die Flotten der beiden Staaten standen sich damals gegenüber. Ein Krieg konnte nur nach einer diplomatischen Intervention der USA – die EU hielt sich damals zurück – regelrecht in letzter Minute abgewendet werden.

Als 2009 die globale Wirtschaftskrise ihren Höhepunkt erreicht, gaben die Griechen einen Rekordbetrag in Höhe von 11,53 Milliarden Euro für Waffen aus. 2013 gingen diese auf 6,18 Milliarden zurück. Das „Handelsblatt“ hatte geschrieben, dass die zu Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) gehörende Howaldtswerke-Deutsche Werft GmbH die U-Boot-Verträge mit dem griechischen Verteidigungsministerium gekündigt. Grund dafür seien ausstehenden Zahlungen in Höhe von rund 524 Mio. Euro gewesen.

Ankara und Athen bemühen sich dennoch um Entspannung. Es wurden in den vergangenen Jahren verschiedene vertrauensbildende Maßnahmen vereinbart. Beide Seiten halten beispielsweise im Sommer keine Manöver in der Ägäis ab. Allerdings kommt es immer wieder im Luftraum über der Ägäis zu Scheinkämpfen zwischen türkischen und griechischen Kampfbombern. (dtj/dpa)