Streit um Ventilator fordert 13 Menschenleben

Die Inhaftierten konnten sich nicht über die Richtung der Ventilatoröffnung einigen, in Folge brach ein aus, der mit 13 Toten und fünf Verletzten endete. Als der Konflikt eskalierte, setzte eine Gruppe Inhaftierter die Matratzen und Bettdecken in Brand, um so die andere Seite einzuschüchtern. Um einen Eingriff von außen zu verhindern, wurden die Etagenbetten als Hindernis vor die Zellentür gestellt. Die Haftanstalt, deren Kapazitäten von 264 auf 350 erweitert wurden, beherbergte zu diesem Zeitpunkt 1.057 Inhaftierte. Der Raummangel wurde auch als eigentliche Ursache genannt. Laut den ersten Untersuchungen und den Aussagen Angehörigen waren die Lebensbedingungen in den Zellen unzumutbar, was wiederum häufig zu Streitereien zwischen den Inhaftierten führte.
Nach der Verbreitung der Nachricht über den Brand versammelten sich die Angehörigen der Gefangenen aus Diyarbakır und Gaziantep vor der Haftanstalt. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Angehörigen, die die Vollzugsanstalt betreten wollten. Nach der Bekanntgabe Celalettin Güvencs, dem Gouverneur der Stadt Urfa, dass die Gefangenen 15 Tage lang besucht werden dürfen, entschärfte sich die Situation geringfügig. Der Bundesjustizminister Sadullah Ergin und der für Arbeit und Soziale Sicherheit Faruk Celik besichtigten gestern früh die Haftanstalt. Ergin versprach, bei der Untersuchung keine Mühen zu scheuen. Des Weiteren gestand er ein, dass es Kapazitätsprobleme in den Haftanstalten gäbe: „Während im Westen (der ) kaum Kapazitätsmangel besteht, sind die Gefängnisse im Osten der überfüllt.” Das Feuer brach in der Zelle C-15 aus, wo 18 Schwerverbrecher untergebracht waren.
Der Vorsitzende der Barış ve Demokrasi Partisi (BDP- Partei des Friedens und der Demokratie) Selahattin Demirtaş beschuldigte die Regierung. Er behauptete, dass die ums Leben gekommenen 13 Inhaftierten mit ihren Protesten auf den defizitären Gefängnisbetrieb hätten aufmerksam machen wollen: „Diese Menschen haben protestiert, um ihre Menschenwürde zu schützen. Da nach dem Ausbruch des Brandes nicht sofort die nötigen Maßnahmen getroffen wurden, mussten 13 Menschen sterben. Das ist kein alltägliches Ereignis.”