Die aus den Vereinigten Arabischen Emiraten stammende Fluglinie Etihad weist Berichte zurück, wonach das Unternehmen von staatlichen Subventionen lebe. (rtr)

Die mit Beteiligungen in den europäischen Markt drängende Golf-Airline Etihad hat Subventionsvorwürfe erneut zurückgewiesen. „Der Bericht (der australischen Tageszeitung „Sydney Morning Post“, Anmerkung der Redaktion) erweckte den Eindruck, dass wir subventioniert werden. Das stimmt nicht“, sagte Konzernchef James Hogan der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag) mit Blick auf jüngst veröffentlichte Dokumente aus dem Jahr 2009. Die Fluggesellschaft habe Startkapital vom Etihad-Aktionär, der Regierung Abu Dhabis, erhalten. Er sehe dabei „kein Problem“, erklärte Hogan.

Die Finanzierung sei nicht von der königlichen Familie gekommen und werde zu gegebenem Zeitpunkt zurückerstattet. „Wir sind eine nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, wie es die Swiss für die Schweiz ist“, sagte Hogan, obwohl die Swiss schon seit Jahren eine Fluggesellschaft der Lufthansa-Gruppe ist, die im Streit mit den Golf-Airlines liegt und ihnen unzulässige Wettbewerbsvorteile vorwirft. Am Mittwoch machte Etihad den Einstieg bei der angeschlagenen italienischen Alitalia perfekt. Beteiligungen hält sie unter anderem an der irischen Aer Lingus und an Air Serbia.

Hierzulande hält Etihad Air Berlin mit Geldspritzen am Leben. Hogan verteidigte die massiven Hilfen. „Bevor wir in Air Berlin einstiegen, waren wir in Deutschland kaum vertreten. Heute ist Deutschland zu einem unserer wichtigsten Märkte geworden“, sagte er. „Mit der richtigen strategischen Vision und Durchführung glauben wir, dass Air Berlin ein nachhaltig gewinnbringendes Geschäft sein kann.“ Das Geschäft bewege sich in die richtige Richtung und der Turnaround könne geschafft werden. „Unsere Investitionen hatten wir schon nach sechs Monaten wieder reingeholt – durch mehr Umsatz und andere Synergien“, erklärte Hogan. Etihad gehören derzeit 29,9 Prozent an Air Berlin. Die Golf-Airline erklärte sich zuletzt bereit, den Berlinern über eine Wandelanleihe im Volumen von 300 Millionen Euro frisches Geld zur Verfügung zu stellen. (dpa)