Wegen des anhaltenden Flüchtlingsstroms an der syrisch-türkischen Grenze machen sich Bundestagsabgeordnete dafür stark, die finanzielle Unterstützung für die Betroffenen auszuweiten. Parlamentsvizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) warb am Donnerstag bei einer Aktuellen Stunde für eine „humanitäre Offensive“. Auch der CDU-Außenpolitiker Johann Wadephul sieht Deutschland in der Pflicht: „Wir können nicht die Augen davor verschließen, dass in diesem großen Umfang Menschen leiden, sterben, dahinsiechen.“

Aus Angst vor dem Vormarsch der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kamen allein seit dem vergangenen Freitag mehr als 150 000 syrische Flüchtlinge in die Türkei. Die Linke im Bundestag übte allerdings Kritik und beklagte, die Grenze stehe nur für einen Teil der Flüchtlinge offen. Die anderen Fraktionen im Bundestag würdigten hingegen die Anstrengungen der Türkei. Roth betonte, das Land habe seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien bereits rund 1,5 Millionen Flüchtlinge aufgenommen, Deutschland lediglich 20 000.

Roth äußerte sich in der Vergangenheit häufig kritisch über die Türkei. Sie war im vergangenen Jahr insbesondere im Rahmen ihrer Istanbul-Reise während der Gezi-Proteste unter Beschuss geraten. (dtj/dpa)