Nach einem Vormarsch der syrischen Armee laufen die Rebellen in der nordsyrischen Stadt Aleppo Gefahr, von der Außenwelt abgeschnitten zu werden. Den Regierungstruppen gelang es am Dienstag, die einzige Versorgungsroute der Regimegegner Richtung Norden zu blockieren, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte.

Die Strecke führt von Aleppo zur türkischen Grenze. Sollte die Armee die Route dauerhaft abriegeln, könnten die Rebellen in der Stadt kaum noch Nachschub bekommen. Große Teile Aleppos werden von Regierungstruppen beherrscht, der Osten der Stadt steht aber dennoch unter der Kontrolle von Rebellen. Eine Niederlage der Regimegegner in der umkämpften Stadt wäre ein schwerer Rückschlag für den Aufstand gegen das Regime von Baschar al-Assad.

Aleppo: Sechs Wochen Angriffsstopp

Das Regime von Alleinherrscher Assad hat nach UN-Angaben inzwischen zugestimmt, für einen Zeitraum von sechs Wochen Angriffe aus der Luft auf die umkämpfte Stadt Aleppo einzustellen. Die Bereitschaft dazu habe ihm die Regierung in Damaskus signalisiert, sagte der UN-Sondergesandte für das Land, Staffan de Mistura, am Dienstag in New York. Er versucht seit Monaten einen Waffenstillstand für die nordsyrische Stadt auszuhandeln. In dem Land tobt seit fast vier Jahren ein Bürgerkrieg.

Der Zeitpunkt, von dem an die Angriffe stoppen sollen, werde von Damaskus festgelegt, sagte de Mistura weiter. Auch den Artilleriebeschuss will die Führung um Präsident Baschar al-Assad demnach einstellen. Der UN-Gesandte will sich nun in Gesprächen mit den Regierungsgegnern darum bemühen, dass diese ebenfalls Angriffe stoppen.

Syrien: Bürgerkrieg kostet mehr als 200.000 Menschen das Leben

Alleine 2014 starben mehr als 76.000 Menschen in dem Bürgerkrieg. Davon soll beinahe jedes vierte Opfer ein Zivilist gewesen sein, wie die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bekannt gab. Unter den Toten waren demnach auch 3.500 Kinder und 2.000 Frauen. Seit Ausbruch des blutigen Bürgerkrieges im Frühjahr 2011 sind in Syrien mehr als 200. 000 Menschen getötet worden. (dtj/dpa)