Der Terror von Extremisten in Syrien und Nordirak offenbart nach Ansicht von CDU-Politiker Armin Laschet ein kurzfristiges Denken in der westlichen Welt. Ohne auf das jüngste Angebot des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad einzugehen, im Kampf gegen die IS-Milizen militärische Unterstützung zu leisten, schreibt Laschet in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (Dienstag): „Wäre Assad gestürzt – so wie es der britische Premierminister David Cameron sogar durch Luftschläge erzwingen wollte, die erst durch ein klares Nein des britischen Unterhauses unterblieben -, so würde Isis heute in Damaskus sitzen, unweit der Grenze zu Israel.“

Weiter schreibt Laschet, der auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist: „Die Regierung Assad in Syrien war und ist ein autoritärer Staat, aber er war gekennzeichnet von religiöser Vielfalt, in dem Christen, Schiiten, Alawiten und Juden Luft zum Atmen hatten.“ Gerade die christlichen Kirchen in dem Land hätten dies immer wieder „verzweifelt der Weltgemeinschaft zugerufen“. Entsprechende Mahnungen seien jedoch ungehört verhallt.

Der stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende sprach sich für eine gemeinsame Strategie der EU im Nahen und Mittleren Osten aus. Ein gemeinsamer Kampf gegen die Extremisten könne auch das Verhältnis zu Russland und den USA beleben.

Für ein erfolgreiches Vorgehen brauche es allerdings mehr als kurzfristige Waffenlieferungen an die im Nordirak gegen die IS kämpfenden Kurden, so Laschet. „Eine neue politische Initiative unter Führung der Vereinten Nationen könnte das Überleben der religiösen Minderheiten in der Region sichern.“ Wünschenswert in der politischen Debatte sei außerdem „eine differenzierte Sicht auf den syrischen Bürgerkrieg und etwas weniger wohlfeile Rhetorik“, wie sie es etwa mit Blick auf den „Arabischen Frühling“ gegeben habe. (KNA/dtj)