Iran in Genf - reuters

Die Nationale Koalition der syrischen Oppositions- und Revolutionskräfte hat die Absicht, vor der Genf-2-Konferenz Verhandlungen mit den iranischen Behörden zu führen, meldet die iranische Nachrichtenagentur Isna unter Hinweis auf eine Erklärung von Fayez Sarah, Informations- und Politikberater der syrischen Nationalen Koalition.

Die Koalition sei zu Direktverhandlungen mit dem Iran vor der Genf-2-Konferenz bereit, wenn Teheran mit der Unterstützung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad aufhöre, so Sarah. Er wies darauf hin, dass für einen Fortschritt in den Verhandlungen Schritte des Iran notwendig seien.

Die von den USA und Russland initiierte Konferenz zur friedlichen Regelung in Syrien soll am 22. Januar stattfinden.

Der Syrien-Sonderbeauftragte der Uno und der Arabischen Liga, Lakhdar Brahimi, schloss die Teilnahme des Iran und von Saudi-Arabien daran nicht aus.

Zuvor hatte der Chef der Nationalen Koalition der syrischen Oppositions- und Revolutionskräfte, Ahmed Dscharba, angegeben, die syrische Opposition habe nicht die Absicht, an der Konferenz teilzunehmen, wenn ihr eine iranische Delegation beiwohne oder vor dem Beginn der Konferenz nicht der Termin für den Rücktritt des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad festgelegt würde.

Saudis und Katar immer noch gegen Beteiligung Irans

Inwieweit die nunmehrige Kompromissbereitschaft der regulären Opposition auch Rückschlüsse auf ein Einlenken der Golfstaaten in dieser Frage zulässt, bleibt offen. Vor zwei Wochen hatte König Abdullah von Saudi-Arabien in einem Telefongespräch mit Russlands Präsident Wladimir Putin die Bereitschaft bekundet, zur Abhaltung der internationalen Friedenskonferenz zu Syrien beizutragen.

Zuvor hatten Saudi-Arabien und Katar darauf gedrungen, den Iran aus „Genf 2“ auszuschließen. Bei einer Nichteinhaltung dieser Forderung drohten sie, der Konferenz fernzubleiben.

Der Konflikt zwischen den Kräften der bewaffneten Opposition und den Regierungstruppen dauert in Syrien seit März 2011 an. UN-Angaben zufolge sind in dieser Zeit im Land mehr als 100 000 Menschen ums Leben gekommen. Die Behörden des Landes verweisen darauf, auf den Widerstand von gut bewaffneten Extremisten zu stoßen, die von außen unterstützt würden.

„Bin ich etwa der Benzin-Gott?“

Der syrische Präsident Baschar al-Assad soll unterdessen den USA angeboten haben, militante Djihadisten in der Region zu bekämpfen. Im Gegenzug sollte Washington akzeptieren, dass er und sein Regime an der Macht bleiben. Der Ministerpräsident der von Oppositionellen gebildeten Übergangsregierung, Ahmed Tumah, sagte in einem Interview der Zeitung „Al-Sharq Al-Awsat“ (Montagausgabe), die USA hätten sich jedoch auf einen solchen Deal nicht eingelassen. Sie hätten Assad vielmehr vorgeworfen, er habe selbst zu einer Stärkung der „Djihadisten“-Bewegung beigetragen.

Die Zahl der Terroristen ist in Syrien in diesem Jahr sprunghaft gestiegen. Die Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter berichtete, Terroristen der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien hätten am Sonntag in der Provinz Idlib einen Benzin-Verkäufer wegen „Gotteslästerung“ erschossen. Auf ihre Frage, weshalb sein Benzin von so schlechter Qualität sei, hatte der als debil beschriebene Mann aus Sarakib geantwortet: „Was weiß denn ich, bin ich etwa der Benzin-Gott?“ (RIA Novosti/dpa)