Die türkischen Streitkräfte haben unter der Woche einen Fahrzeugkonvoi der Organisation Islamischer Staat im Irak und der Levante in Syrien angegriffen.

Wie aus einem Bericht der Today’s Zaman hervorgeht, erwiderten an der syrischen Grenze stationierte türkische Soldaten am Dienstag das Feuer und zerstörten einen Miliz-Konvoi in Syrien.

Auslöser des türkischen Militärschlags war dem Bericht zufolge eine aus Syrien abgefeuerte Mörsergranate, die auf türkischem Boden einschlug. CNN Turk berichtete außerdem, dass zwei Fahrzeuge der türkischen Streitkräfte von der syrischen Seite her mit kleinkalibrigen Waffen beschossen worden seien. Auf der syrischen Seite der Grenze tobten unmittelbar vor dem Vorfall Kämpfe zwischen der Freien Syrischen Armee (FSA) und der radikalen, al-Qaida nahestehenden Organisation „Islamischer Staat im Irak und der Levante“ (ISIL).

Der türkische Nachrichtensender NTV berichtete, die türkische Armee habe als Vergeltung für den Mörserbeschuss Positionen der ISIL unter Feuer genommen und einen Konvoi der Gruppe getroffen, Dabei seien ein Pick-up Truck, ein Laster und ein Bus der ISIL zerstört worden. Aus den Medienberichten ging weder der genaue Ort der Attacke noch die Zahl der Opfer hervor.

ISIL, kurdische Provinzregierung: Der Einfluss der Türkei in Nordsyrien schwindet

Innerhalb der syrischen Opposition tobt momentan ein erbitterter Krieg. Ein Bündnis aus mehreren islamischen Rebellenbrigaden und Einheiten der säkularen FSA kämpft seit Anfang des Jahres gegen die hauptsächlich aus ausländischen Kämpfern bestehende ISIL. Die Kämpfe toben auch in Städten und Dörfern, die direkt an der türkischen Grenze liegen und in der Nähe von strategisch wichtigen Grenzübergängen.

Die Türkei galt lange als Freund der syrischen Opposition und soll die FSA bei ihrem Kampf gegen das Assadregime logistisch unterstützt haben. Doch seitdem die FSA in Syrien zunehmend an Boden verliert und radikale Gruppen wie ISIL erstarken und ihren Einfluss auch auf die Türkei auszuweiten drohen, scheint die Türkei um ihren Einfluss in Syrien zu fürchten.

Weite Teile Nordsyriens stehen zudem unter der Kontrolle der Miliz der PKK-nahen kurdischen „Partei der Demokratischen Union“ („Partiya Yekitîya Demokrat“, kurz PYD). Ende Januar bildete sie eine eigene Provinzregierung, die drei Kantone umfassen soll.