Ein türkischer Unteroffizier wurde am Neujahrstag entführt, nachdem er die Grenze zu Syrien in der südosttürkischen Provinz Kilis überquert hatte, um Schmuggler zu verfolgen. Militärquellen haben den Vorfall bestätigt, aber die Identität des Betroffenen noch nicht preisgegeben.

Die türkischen Sicherheitskräfte versuchen nun, die Hintergründe der Tat nachzuvollziehen. In den Grenzregionen zwischen Syrien und der Türkei sind sowohl die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS; ehem. ISIS) als auch die kurdische „Demokratische Vereinigungspartei“ (PYD) aktiv. Auch die Nationale Geheimdienstorganisation (MİT) soll sich in die Bemühungen um die Freilassung des Soldaten eingeschaltet haben.

Am 11. Juni des Vorjahres waren 46 türkische Staatsangehörige in der türkischen Botschaft zu Mossul gefangen genommen worden, als Djihadisten des IS die Stadt eingenommen hatten. Nach einer Aktion des MİT, über deren Details seitens der türkischen Regierung keine Angaben gemacht wurden, kamen die Geiseln nach 101 Tagen frei – die britische Tageszeitung „The Times“ mutmaßte, im Gegenzug seien etwa 180 Djihadisten, darunter zwei britische Staatsangehörige, an den IS übergeben worden. Die Berichte würde von türkischer Seite weder bestätigt noch dementiert.