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Politik

Syrien: Türkische Soldaten getötet – Erdoğan lehnt Rückwärtsgang ab

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Bei einem Angriff von Daesh-Terroristen in Nordsyrien sind am Dienstag drei türkische Soldaten getötet worden. Staatspräsident Erdoğan zufolge habe sich US-Präsident Barack Obama an ihn gewandt und ein gemeinsames Vorgehen gegen die IS-Hochburg Rakka ins Spiel gebracht.

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Bei Kämpfen mit der Terrormiliz Daesh (IS) in Nordsyrien sind am Dienstag drei türkische Soldaten ums Leben gekommen. Zwei waren auf der Stelle tot, ein dritter erlag wenig später seinen schweren Verletzungen, wie die türkische Nachrichtenagentur DHA unter Berufung auf die Streitkräfte meldete. Vier weitere Soldaten wurden teils schwer verletzt. Den Berichten zufolge waren zwei Panzer der türkischen Armee bei Gefechten in der Nähe der nordsyrischen Stadt Al-Rai von Raketen getroffen worden.

Auch zwei Rebellen der Freien Syrischen Armee, die zusammen mit der Türkei gegen den IS und kurdische Milizen in Nordsyrien vorgeht, seien getötet worden, hieß es in weiteren Berichten türkischer Medien. Die türkische Armee hatte am 24. August in den syrischen Bürgerkrieg eingegriffen. Erklärtes Ziel der Regierung in Ankara ist es, den IS von seiner Grenze zu vertreiben und zugleich weitere Geländegewinne der YPG zu verhindern.

Erste Berichte über türkische Opfer seit dem Einmarsch in Nordsyrien hatte es wenige Tage nach Beginn des türkischen Militäreinsatzes gegeben. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu waren am vierten Tag der Operation „Schutzschild Euphrat“ ein türkischer Soldat bei einem YPG-Angriff getötet und drei weitere verletzt worden. Ziel der Attacke waren auch in diesem Fall zwei türkische Panzer. Die offizielle Zahl getöteter türkischer Soldaten ist damit auf 4 gestiegen.

Erdoğan will Syrien nicht Daesh, PKK oder YPG überlassen

Unterdessen geht der Vormarsch des Bündnisses aus türkischen Streitkräften und Einheiten der Freien Syrischen Armee (FSA) laut offiziellen Meldungen unvermindert weiter. Die FSA-Einheiten haben laut Bekanntgabe des Generalstabs gestern sechs weitere Dörfer in Nordsyrien eingenommen. Dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan zufolge soll die Offensive in naher Zukunft noch bedeutend ausgeweitet werden: Mitreisenden Journalisten auf dem Rückweg vom G 20-Gipfel erzählte Erdoğan, er habe sich bei einem Vier-Augen-Gespräch mit US-Präsident Barack Obama auf ein gemeinsames Vorgehen gegen die IS-Hochburg Rakka verständigt.

„Obama will gemeinsam mit uns etwas wegen Rakka unternehmen. Ich habe ihm gesagt, dass das für uns kein Problem ist“, so der Präsident. Er habe vorgeschlagen, dass hochrangige Soldaten beider Seiten zu Arbeitstreffen zusammenkommen sollen, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln, auf der das Vorgehen dann fußt. „Was getan werden kann, wird nach diesen Gesprächen konkreter sein.“ Rakka, am mittleren Lauf des Euphrat gelegen, ist seit 2013 in der Hand des IS und gilt als dessen inoffizielle Hauptstadt.

Danach gefragt, ob die türkisch-US-amerikanische Zusammenarbeit darunter leidet, dass die USA die von der Türkei als Terrororganisation eingestufte kurdische YPG-Miliz unterstützen, sagte Erdoğan, es habe bisher keine Probleme bei der Zusammenarbeit mit den USA gegeben. Der Darstellung des Präsidenten zufolge laufe der Vormarsch bisher ohne größere Probleme. Auf einer Lagekarte die Strategie der Operation erläuternd sagte Erdoğan, die Einnahme einer wichtigen Brücke über den Euphrat habe die Situation erleichtert.

Dabei wies er darauf hin, dass das türkische Engagement in Syrien durchaus von dauerhafter Natur sein werde. Man müsse jetzt Präsenz in der Region zeigen, so Erdoğan zu den Journalisten. „Wir haben nicht mehr die Möglichkeit, einen Schritt zurück zu machen.“ Zögen sich die türkischen Streitkräfte aus der Region zurück, würden sich andere Gruppen wie Daesh, YPG oder PKK dort erneut breitmachen. (mit Material von dpa)