Seit mehreren Tagen werden mehrere südtürkische Provinzen von fremdenfeindlichen Provokationen und Ausschreitungen heimgesucht, die das Klima zwischen der Bevölkerung und syrischen Flüchtlingen belasten.

Am Sonntag marschierte eine Gruppe von etwa 1000 Personen, die sich über soziale Medien organisiert hatte, in der Provinz Kahramanmaraş gegen die Unterbringung syrischer Flüchtlinge auf. Die Teilnehmer des Aufmarsches blockierten Straßen, skandierten fremdenfeindliche Parolen, entfernten arabischsprachige Schilder von Geschäften und lieferten sich Handgemenge mit der Polizei.  

Einige Randalierer versuchten, einen Syrer in einem Auto zu attackieren und zerstörten die Scheibe des Fahrzeuges. Die Menge löste sich jedoch auf, nachdem die Polizei Warnschüsse in die Luft abgegeben hatte.  

Die Demonstranten führten türkische Flaggen mit sich, zeigten den Gruß der „Grauen Wölfe“ und warfen den Einwanderern vor, Straftaten zu begehen und den Frieden in der Stadt zu stören.

Im Bezirk Seyhan in der Provinz Adana wurden am gestrigen Montag einige Geschäfte von einer etwa zehnköpfigen Gruppe Messer und Baseballschläger tragender Extremisten angegriffen. Dabei wurden Waren und Teile der Einrichtung zerstört und die Inhaber bedroht. Die Gruppe verschwand vor dem Eintreffen der Polizei. Einen Tag vor der Attacke sollen Flüchtlinge, die Geschäfte eröffnet hatten, bereits bedroht und dazu aufgefordert worden sein, die Stadt zu verlassen.

Auch aus Ankara und Istanbul wurde über Spannungen berichtet. Auch türkische Ladenbesitzer in Adana berichteten, es habe Versuche seitens syrischer Einwanderer gegeben, sie von ihrem Territorium zu drängen. Die Regierung will die Vorfälle nun untersuchen lassen. Die Sicherheitskräfte wurden angewiesen, in Gegenden, in denen sich syrische Flüchtlinge angesiedelt hatten, verstärkte Präsenz zu zeigen.