ARCHIV - 04.10.2019, Syrien, Tal Abyad: Türkische gepanzerte Fahrzeuge patrouillieren während einer gemeinsamen Bodenpatrouille mit amerikanischen Streitkräften in der sogenannten «Sicherheitszone» auf der syrischen Seite der Grenze zur Türkei, nahe der Stadt Tal Abyad im Nordosten Syriens. Die Patrouillen sind Teil eines Abkommens zwischen der Türkei und den Vereinigten Staaten, das darauf abzielt, die Spannungen zwischen den Alliierten wegen der von den USA unterstützten syrischen kurdischen Kämpfern in der Region zu verringern. Die Türkei steht laut den USA kurz davor, in Nordsyrien einzurücken. Der türkische Präsident Erdogan hat erneut eine Militäroffensive in Nordsyrien angekündigt - und diesmal geben die USA ihm freie Bahn. Sie wollen ihre Truppen aus dem Gebiet abziehen. Foto: Baderkhan Ahmad/AP/dpa

US-Truppen ziehen sich aus der syrisch-türkischen Grenzregion zurück. Das bestätigte am Montagmorgen der Sprecher der Syrisch-Demokratischen Kräfte (SDF). Auf Twitter schrieb Mustafa Bali, US-Truppen hätten «begonnen, sich von der Grenze zurückzuziehen». Sie ließen damit zu, dass die Gegend zum Kriegsgebiet werde.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte am Samstag angekündigt, ein Militäreinsatz in Nordsyrien stehe kurz bevor. Die US-Regierung signalisierte am frühen Montagmorgen, dass sie sich einer Offensive nicht in den Weg stellen werde. Streitkräfte der USA seien künftig nicht mehr «in der unmittelbaren Region», hieß es in einer Erklärung des Weißen Hauses.

Ziel der türkischen Offensive ist die YPG

Das Ziel der türkischen Offensive wären die kurdischen YPG östlich des Flusses Euphrat, die die Grenzregion kontrollieren. Die Türkei sieht in ihnen eine Terrororganisation. Im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Region sind sie allerdings auch enge Verbündete der USA.

dpa