Nach dem Attentat in Beirut hat die libanesische Regierung einen Tag der Trauer ausgerufen. Am Freitag werden auf Beschluss von Ministerpräsident Tammam Salam landesweit die Flaggen auf halbmast gesetzt, Schulen und Universitäten bleiben geschlossen. Das Gesundheitsministerium bezifferte die Zahl der Opfer unterdessen mit 43 Toten und 239 Verletzten. Es handelt sich um den schwersten Anschlag im Libanon seit Jahren.

Am Donnerstag hatten kurz nacheinander zwei Attentäter auf einer belebten Straße in dem vor allem von Schiiten bewohnten Viertel Burj al-Barajneh Sprengsätze gezündet. Nach Angaben von Ermittlern fand sich unter den Toten ein Dritter Attentäter, dessen Bombe nicht detoniert war. Zu den Anschlägen bekannte sich die Terrormiliz „Islamischer Staat“. Burj al-Barajneh gilt als Hochburg der schiitischen Hisbollah-Miliz.

Neben dem Weißen Haus und Frankreich verurteilte auch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Tat. „Dieser schreckliche Terroranschlag ist ein direkter und bewusster Angriff auf die Stabilität des Libanon“, erklärte Steinmeier am Donnerstagabend in Berlin. „Die Absicht der Attentäter, ein Klima des Hasses und der Zwietracht zwischen den Konfessionen im Libanon zu schüren, darf nicht aufgehen.“ Der Minister rief die gemäßigten politischen Kräfte im Libanon auf, sich mehr denn je um Ausgleich zu bemühen und einer weiteren Eskalation entgegenzuwirken. (kna/dtj)