Die kurdisch-marxistische Terrorgruppe TAK (Teyrêbazên Azadîya Kurdistan, Freiheitsfalken Kurdistans) hat sich zu dem Anschlag in Istanbul bekannt, bei dem am Dienstagmorgen 11 Menschen getötet und 36 verletzt wurden.

Auf ihrer Homepage veröffentlichte die aus der PKK hervorgegangene Gruppe eine Pressemitteilung, in der sie auf Türkisch, Kurdisch, Englisch und Deutsch bekanntgibt, das Autobombenattentat sei von ihrem „Ş. Rojhat Munzur Rachekommando“ (in der deutschen Version ist von „Ş. Rojhat Munzur Einheit“ die Rede) „zur Erinnerung an Ş. Asya“ durchgeführt worden. „Ş. Asya“ steht für „Şehit Asya Glidağ“, also „Märtyrerin Asya Glidağ“ und bezieht sich auf ein am 28. April in Nusaybin getötetes Mitglied der Terrorgruppe.

Die Tat wird als Vergeltungstat für die „Massaker der faschistischen AKP-Regierung“ im Südosten des Landes bezeichnet und ausländische Touristen vor Reisen in die Türkei gewarnt. „Wir warnen die Touristen, die eine Einreise in die Türkei plannen!(sic) Ihr seid nicht unser Ziel, aber die Türkei ist nicht mehr für euch sicher!“, heißt es im sprachlich fehlerhaften deutschen Bekennerschreiben, das mit „Es lebe unser Anführer Öcalan!“ endet.

Die Freiheitsfalken Kurdistans sind eine 2004 entstandene Abspaltung der PKK. Offiziell gibt es keine organisatorischen Verbindungen mehr zwischen beiden Gruppen, Experten sehen jedoch viele Indizien dafür, dass die TAK im Auftrag der PKK handelt. TAK hatte sich auch den Anschlägen in Ankara am 17. Februar und 13. März bekannt, bei denen 28 und 36 Zivilisten starben.

Bei dem Anschlag in Istanbul am Dienstagmorgen waren 7 Polizisten und 4 Zivilisten getötet worden, als eine Autobombe neben einem Polizeibus gezündet wurde. Das Attentat ereignete sich im touristischen Zentrum der Istanbuler Altstadt, nur wenige hundert Meter entfernt vom Großen Basar und nur rund anderthalb Kilometer von der Blauen Moschee, vor der ein IS-Selbstmordattentäter im Januar 12 Touristen in den Tod gerissen hatte.

Zum Anschlag in der südosttürkischen Stadt Midyat, bei dem am Mittwoch drei Polizisten und vier Zivilisten getötet wurden, hat sich die PKK selbst bekannt. Ein PKK-Selbstmordattentäter sprengte sich mit einer Autobombe vor dem Polizeihauptquartier in die Luft. Mehr als 50 Menschen wurden dabei verletzt.