Der Großteil der Proteste wurde von der Milli-Görüş-Partei "Saadet" und ihrer Jugendorganisation AGD organisiert. Foto: Saadet İstanbul

Trotz einer Corona-bedingten Ausgangssperre haben in Istanbul und anderen Städten in der Türkei mehrere Tausend Menschen an einer Demonstration gegen Israel teilgenommen.

Vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitsbehörden und den Palästinensern versammelten sich die Teilnehmer am späten Montagabend vor dem israelischen Konsulat, schwenkten unter anderem palästinensische und türkische Flaggen, skandierten religiöse und anti-israelische Parolen und zündeten Pyrotechnik. Auch wurde ein militärisches Eingreifen der türkischen Armee befürwortet. Auf Schildern waren Sätze zu lesen wie „Al-Quds gehört den Muslimen“. Al-Quds ist der arabische Name für Jerusalem, dessen Status eine der zentralen Streitfragen im Nahost-Konflikt ist. Bereits am Sonntagabend hatte es Protest vor dem Konsulat in der türkischen Metropole gegeben.

In der Türkei gilt derzeit eigentlich eine nächtliche Ausgangssperre. Auch tagsüber dürfen Menschen nur für Besorgungen oder zum Beispiel mit Genehmigung auf die Straße.

 

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Al-Aqsa-Moschee angegriffen

Die Lage im Westjordanland und im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan angespannt. Auf dem Tempelberg kam es am Montag erneut zu schweren Auseinandersetzungen. Vor und in der Al-Aqsa-Moschee setzten Polizisten Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschosse gegen Steine werfende Palästinenser ein. Palästinensische Rettungskräfte sprachen von mehr als 300 Verletzten. Nach Polizei-Angaben wurden fast zwei Dutzend Beamte verletzt.

Ebenfalls am Montag bombardierte die israelische Luftwaffe Ziele im Gazastreifen als Reaktion auf Raketenangriffe aus dem Küstengebiet auf Israel. Wie die Armee mitteilte, wurden dabei drei Aktivisten der dort herrschenden islamistischen Hamas gezielt getötet. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden bei israelischen Luftangriffen im Norden des Gazastreifens insgesamt neun Palästinenser getötet, darunter drei Kinder. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hatte Israel für die „Angriffe in Jerusalem“ scharf verurteilt und das Vorgehen als „Terror“ bezeichnet.

dpa/dtj