Ex Nationalspieler Tayfun Korkut in der Mitte - zaman

Nachdem sich Hannover 96 nach der Hinrunde von seinem Trainer Mirko Slomka trennte, gab es einige prominente Kandidaten auf den Trainerposten in Niedersachsen. Doch den türkischen Ex-Nationalspieler Tayfun Korkut hatte niemand auf dem Zettel. Überraschend vermeldeten gestern die Hannoveraner die Einigung mit Korkut, der bei den 96ern einen Vertrag bis 2016 unterzeichnete. Nach einer dürftigen Hinserie soll der Türke nun „die Roten“ wieder zurück auf die Erfolgsspur bringen. Es ist auch seine erste wirkliche Trainerstation im Profi-Bereich, nachdem er zumeist nur im Juniorenbereich tätig war.

Zuletzt gab es nur Negativschlagzeilen aus der niedersächsischen Landeshauptstadt zu vermelden. Nach den letzten glanzvollen Spielzeiten, in denen der Klub im Europapokal von sich reden machte und vor zwei Jahren sogar im Viertelfinale der Europa League stand, blieb man in der laufenden Saison unter den Erwartungen. Lediglich 18 Punkte aus 17 Spielen sammelte Hannover 96 in dieser Spielzeit unter dem Erfolgscoach Mirko Slomka, der besonders aufgrund der Negativbilanz in den Auswärtsspielen – das Team verlor alle acht Auswärtsspiele in der Hinrunde – seinen Hut nehmen musste.

Korkut machte seine ersten Schritte als Trainer in der Nachwuchsarbeit

In der Tabelle belegt „96“ zur Saison-Halbzeit lediglich Platz 13. Mit Korkut erhoffen sich die Klub-Bosse um Präsident Martin Kind und Sportdirektor Dirk Dufner einen Aufwärtstrend. Am Freitag wird der Ex-Profi in Hannover vorgestellt und wird zwei Tage später am Sonntag das erste Training des 96-Teams leiten.

Der gebürtige Stuttgarter war zuletzt als Co-Trainer der türkischen Nationalmannschaft tätig, in der er noch bis August unter Abdullah Avci assistierte. Zuvor arbeitete er nur im Jugendbereich, wo er 2007 in Spanien seine Trainerkarriere begann. Seine erste Station war die U19 von Real Sociedad San Sebastian, bevor er die U17 von 1899 Hoffenheim und 2011 die A-Junioren des VfB Stuttgart trainierte. Im selben Jahr absolvierte er auch seine Ausbildung zum Fußballlehrer. Der 39-Jährige spricht Deutsch, Türkisch, Englisch und Spanisch. Als Profi war er für die Stuttgarter Kickers, Fenerbahce, Real Sociedad San Sebastian, Espanyol Barcelona, Besiktas und Genclerbirligi aktiv. Für die türkische Nationalmannschaft lief er bei den Europameisterschaften 1996 in England und 2000 in den Niederlanden und Belgien auf. Insgesamt hat Korkut 42 Länderspiele auf dem Konto, in denen dem ehemaligen Mittelfeldspieler ein Tor gelang.

„Anspruchsvolle, aber auch faszinierende Aufgabe“

„Mit Tayfun Korkut haben wir uns für einen jungen, top ausgebildeten und hoch motivierten Trainer entschieden, der uns mit seiner Persönlichkeit und seiner Vita voll überzeugt hat“, ließ 96-Sportdirektor Dirk Dufner in einer Vereinsmitteilung verkünden. Der erste türkischstämmige Cheftrainer in der Bundesliga-Geschichte geht die neue Herausforderung mit viel Vorfreude an: „Ich danke Hannover 96 ausdrücklich für das Vertrauen, mir diese Chance zu geben. Vor uns liegt eine anspruchsvolle, aber auch faszinierende Aufgabe, auf die ich mich sehr freue.“

Auch Murat Yakın war hoch im Kurs

Auf der Trainersuche kassierten die Hannoveraner eine Vielzahl von Absagen. Vereinspräsident Martin Kind bemühte sich vor allem um Ex-Werder-Coach Thomas Schaaf, der sich jedoch „klar positiniert“ habe und deshalb „nicht zur Verfügung“ stünde. Darüber hinaus beschäftigte man sich mit dem Ex-Hannoveraner André Breitenreiter, der momentan den Zweitligisten SC Paderborn trainiert und seinem Ex-Verein ebenfalls eine Abfuhr erteilte. Mit Murat Yakın hatte Hannover 96 zudem auch noch einen anderen türkischstämmigen Trainer auf dem Zettel. Für einen Abschied aus der Schweiz sei es für Yakın jedoch noch zu früh: „Hannover ist nicht uninteressant. Aber ein Wechsel im Winter ist kein Thema. Meine Aufgabe in Basel ist noch nicht zu Ende.“