epaselect epa05349395 A police officer stands next to the wreckage of a vehicle at the scene of a bomb attack to a police bus in the Vezneciler district of Istanbul, Turkey, 07 June 2016. At least five people were wounded after an explosion, caused by a bomb, targeted a police bus, local media reported. EPA/SEDAT SUNA +++(c) dpa - Bildfunk+++

Erneut haben Terroristen im Herzen der Türkei zugeschlagen: Bei einem Autobombenanschlag in der Altstadt Istanbuls starben heute morgen mindestens elf Menschen, 36 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Unter den Todesopfern sind sieben Polizisten, wie der Gouverneur von Istanbul, Vasip Şahin, am Anschlagsort bekanntgab. Mindestens 36 Menschen wurden verletzt, drei davon schwer. Die Explosion ereignete sich um 08.40 Uhr Ortszeit (07.40 MEZ) an einer Bushaltestelle im Viertel Vezneciler nahe der Kreuzung Atatürk Bulvarı / Şehzadepaşa Caddesi, nur wenige hundert Meter von der Universität Istanbul und in direkter Nähe zu weltbekannten Touristenattraktionen wie dem Großen Basar (Kapalı Çarşı) oder der Beyazıt-Moschee.

Türkischen Medienberichten zufolge soll die Bombe per Fernsteuerung gezündet worden sein, als ein Polizeibus in der morgendlichen Verkehrsstoßzeit neben dem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug gehalten hat. Auch umliegende Gebäude wurden beschädigt, die Polizei hat anliegende Geschäfte und Büros räumen lassen und das Gebiet großräumig abgesperrt. Auch für den Verkehr ist das Gebiet gesperrt, lediglich Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften wurde der Zugang gewährt.

Nur anderthalb Kilometer entfernt liegt die Blaue Moschee, vor der im Januar diesen Jahres bei einem Selbstmordanschlag zwölf Touristen getötet wurden. Die Regierung hatte den IS für den Anschlag verantwortlich gemacht. Es ist bereits der fünfte Terroranschlag in Istanbul innerhalb eines Jahres. Das Auswärtige Amt hat nach dem Anschlag Reisende in Istanbul zu erhöhter Vorsicht aufgerufen. „Wir verurteilen den brutalen Anschlag in Istanbul und trauern mit der Türkei um die Toten. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer“, teilte das deutsche Außenministerium über den Kurznachrichtendienst Twitter mit.

Wer hinter dem heutigen Anschlag steckt, ist noch nicht bekannt. Laut Gouverneur Şahin laufen zur Zeit Untersuchungen zu den Urhebern, genauere Informationen werde man der Öffentlichkeit bald mitteilen.

Wie nach jedem Anschlag der letzten Monate wurde nun eine Nachrichtensperre verhängt. In einer schriftlichen Mitteilung hat die türkische Rundfunkaufsichtsbehörde RTÜK die Entscheidung des 10. Istanbuler Friedensrichteramtes (10. Sulh Ceza Hakimliği) bekanntgegeben. Laut der Mitteilung dürfen in den türkischen Medien bis zum Abschluss der Ermittlungen „keinerlei Nachrichten, Reportagen oder Kritik“ publiziert werden, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtet.

Polizisten und Sicherheitskräfte sind regelmäßige Ziele der Terrororganisation PKK und ihres Ablegers TAK. Letztere Gruppe hatte auch die letzten beiden großen Anschläge am 17. Februar und 13. März in Ankara verübt, bei denen 29 und 38 Menschen getötet wurden.


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