Terroranschlag vor Londoner Moschee: Imam wird als Held gefeiert

Ein 47-J辰hriger rast mit einem Lieferwagen in eine Gruppe von Muslimen vor einer Londoner Moschee. Nach der Tat soll er gerufen haben: 束Ich habe meinen Teil getan.損 War Islamfeindlichkeit das Motiv? Ein Imam wird zum Helden.

Das von Terrorattacken gebeutelte Grobritannien kommt nicht zur Ruhe: Bei einem Anschlag mit einem Lieferwagen in London hat ein Mann mehrere Mitglieder einer muslimischen Gemeinde verletzt. Acht Opfer kamen laut Polizei ins Krankenhaus, mehrere weitere wurden vor Ort behandelt. Der 47-j辰hrige Fahrer, ein Weier, wurde festgenommen. Er steht unter Terrorverdacht, wie die Polizei mitteilte. Die Bluttat sei 束ganz klar eine Attacke auf Muslime損, sagte Polizeichefin Cressida Dick am Montag. Premierministerin Theresa May sagte, die 束Terrorattacke損 habe erneut unschuldigen Menschen in ihrem Alltag gegolten – mit dem Ziel, die Gesellschaft zu spalten.

Der 47-J辰hrige war am fr端hen Montagmorgen in eine Menschenmenge in der N辰he einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park gerast. Die Muslime waren w辰hrend des Fastenmonats Ramadan nach dem Ende eines Gebets auf der Strae. Augenzeugen zufolge rief der 47-J辰hrige: 束Ich will Muslime t旦ten.損 Wie der Vorsitzende der Moschee berichtete, soll er nach der Tat gerufen haben: 束Ich habe meinen Teil getan.損

Ob ein Mann als Folge des Angriffs umkam, war nach Angaben der Polizei zun辰chst unklar – er hatte demnach schon vor der Tat erste Hilfe erhalten. Augenzeugenberichten zufolge wurde der Mann dagegen von dem Fahrzeug erfasst. Acht der zehn Verletzten wurden ins Krankenhaus eingeliefert.

Seit M辰rz ist Grobritannien bereits dreimal von Terroranschl辰gen ersch端ttert worden. In Manchester hatte ein Selbstmord-Attent辰ter Ende Mai nahe einem Pop-Konzert 22 Menschen get旦tet. In London t旦teten Terroristen im M辰rz und Anfang Juni insgesamt mindestens 13 Menschen. Die Londoner Polizei hatte nach den j端ngsten Anschl辰gen mehr islamfeindliche Vorf辰lle registriert als 端blich.

Mehr Polizisten in der N辰he muslimischer Einrichtungen

Die Tat ereignete sich in der Seven Sisters Road nahe dem Muslim Welfare House. In unmittelbarer N辰he befindet sich auch die Finsbury-Park-Moschee, die Anfang der 2000er Jahre wegen des Hasspredigers Abu Hamza al-Masri Schlagzeilen machte.

Die Beh旦rden gehen davon aus, dass der Verd辰chtige allein gehandelt hat. Waffen hatte er demnach nicht dabei. Der Mann sei der Polizei nicht bekannt gewesen, hie es. Er sollte auch auf seine psychische Gesundheit hin untersucht werden.

In Verbindung mit dem Vorfall durchsuchte die Polizei eine Wohnung in der Region Cardiff. Der bei dem Anschlag benutzte Lieferwagen stammt aus Wales. Er wurde von einer Firma in Pontyclun in der N辰he der walisischen Hauptstadt ausgeliehen, wie der Minister f端r Wales, Alun Cairns, mitgeteilt hatte. Unbest辰tigten Berichten zufolge stammt der Verd辰chtige aus der Region.

Die Polizei k端ndigte an, zus辰tzliche Beamte einzusetzen – auch in der N辰he muslimischerEinrichtungen.

Der Held-Imam

Ein Imam wurde als Held gefeiert. Mohammed Mahmoud soll sich nach Augenzeugenberichten sch端tzend vor den Terrorverd辰chtigen gestellt haben, der aus dem Lieferwagen gezerrt worden war. 束Fasst ihn nicht an損, habe er demnach Menschen entgegengerufen, die sich w端tend auf den Mann gest端rzt hatten. Der 47-J辰hrige war von dem Imam und anderen Umstehenden festgehalten worden. Sie 端bergaben ihn sp辰ter der Polizei.

Das Gebetshaus verurteilte denVorfall: 束Wir haben 端ber Jahrzehnte sehr hart f端r eine friedliche und tolerante Gemeinschaft hier in Finsbury Park gearbeitet und verurteilen sch辰rfstens jeden Akt des Hasses, der versucht, unsere wunderbare Gemeinschaft zu spalten損, heit es in einer Mitteilung, die das Muslim Welfare House im Internet ver旦ffentlichte.

dpa/dtj