Anschlag in Ankara im Februar 2016

Die kurdisch-marxistische Terrorgruppe TAK (Teyrêbazên Azadîya Kurdistan, Freiheitsfalken Kurdistans) hat sich zu dem Anschlag in Ankara bekannt, bei dem am Mittwoch 28 Menschen ihr Leben verloren haben. Auf ihrer Homepage teilte die Gruppe mit, dass sie „im Herzen des faschistischen türkischen Staates in Ankara zugeschlagen“ hätten. Der Attentäter sei der TAK-Kämpfer Abdülbaki Sönmez (Kampfname Zınar Raperin) aus der osttürkischen Stadt Van gewesen.

Damit widerspricht die TAK der Version der türkischen Regierung, wonach der Attentäter der aus Syrien stammende YPG-Kämpfer Salih Necar gewesen sei. Der Deutschen Nachrichten-Agentur (dpa) zufolge hat Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan am Freitag trotz des Bekenntnisses der TAK darauf beharrt, dass der Attentäter der aus Syrien stammende Necar und der YPG zugehörig gewesen sei.

Die Freiheitsfalken Kurdistan sind eine Abspaltung der PKK. Sie rekrutieren sich aus ehemaligen PKK-Kämpfern, denen deren Kurs nicht weit genug geht. Direkte organisatorische Verbindungen zwischen beiden Gruppen gibt es mutmaßlich nicht. Vielmehr sind beide Organisationen seit längerem verfeindet, auch wenn die TAK Abdullah Öcalan als ihren Führer sieht. Roj Kandil, einer der Sprecher der PKK in Kandil, sagte bereits 2010 in einem Interview mit CNN International: „Es ist richtig, dass einige, die sich jetzt bei der TAK engagieren, früher unter uns waren. Sie kritisierten jedoch unsere Politik, sahen uns als weich und zu passiv. Sie sagten, dass sie dafür sind, den bewaffneten Kampf zu intensivieren. Danach haben sich unsere Wege getrennt.“

Die TAK trat 2004 das erste Mal in Erscheinung und hat bereits eine Reihe von Anschlägen zu verantworten, unter anderem einen Bombenanschlag in Ankara am 20. September 2011, bei dem drei Menschen starben, und einen Bombenanschlag in Antalya, bei dem ebenfalls drei Menschen ihr Leben verloren. Zuletzt fiel sie im Dezember vergangenen Jahres auf, als bei einem Anschlag auf den Flughafen Sabiha Gökçen in Istanbul eine Frau ihr Leben verlor.