The-Cut-Fatih Akın-Türkei

Der Film des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akın (41) über das Schicksal der Armenier im Osmanischen Reich kommt nun auch in der Türkei ins Kino. Am Mittwochabend lief die Premiere im Istanbuler Nişantaşı City. Das Drama „The Cut“ läuft nach Angaben von Kinobetreibern an diesem Freitag an. In der Türkei trägt der Film den Namen „Kesik“.

„The Cut“ erzählt von einem Armenier, der ein Massaker nur mit viel Glück überlebt. Als er erfährt, dass seine beiden Töchter ebenfalls noch leben sollen, macht er sich auf die Suche nach ihnen.

Türkische Ultranationalisten hatten im August gedroht, eine Filmvorführung in der Türkei nicht zuzulassen. Bei der Premiere in Istanbul ließ sich Akın von 7 Leibwächtern beschützen.

Ankara spricht von Umsiedlung – Jerewan von Völkermord

Die Geschehnisse von 1915 nennt die armenische Regierung Völkermord. Ankara sieht darin eine Umsiedlung, wie es sie auch zwischen Griechenland und der Türkei gab. Hunderttausende Türken und andere Muslime mussten nach 1923 in die Türkei umgesiedelt werden. Aus der Türkei mussten ebenfalls Hunderttausende Griechen ihre Heimat verlassen. Die türkische Regierung fordert deswegen eine internationale Historikerkommission, die die Vorfälle von damals untersuchen soll. Armenien lehnt den Vorschlag ab und fordert von der Türkei eine Anerkennung des Geschehnisse als Völkermord. (dtj/dpa)