Der Vorsitzende des Schiedsrichter-Komitees der Türkei, Kuddusi Müftüoğlu, hat sich nach dem Skandalspiel am Sonntagabend hinter den in die Kritik geratenen Schiedsrichter Deniz Bitnel gestellt.

Im Anschluss an eine Sondersitzung erklärte Müftüoğlu, dass die Leistung Bitnels in der Tat nicht gut gewesen sei, dies aber kein Grund wäre, den jungen Referee fallen zu lassen: „Er hat in diesem Jahr nicht zum ersten Mal ein Spiel mit Trabzonspor-Beteiligung geleitet. Die beiden vorigen Partien meisterte er mit Bravour. Seine gestrige Leistung hat auch uns zutiefst traurig gemacht. Aber er ist noch jung, hat großes Potenzial.“ Dennoch werde es Sanktionen geben. Denkbar ist eine mehrwöchige Pause für den 34-Jährigen, der seit vier Jahren in der höchsten türkischen Profi-Liga pfeift.

Die Partie werde den Plan des Komitees, das türkische Schiedsrichter-Personal weiter radikal zu verjüngen, nicht durchkreuzen. „Wir vertrauen unseren Schiedsrichtern“, so Müftüoğlu, der seit acht Monaten im Amt ist. Im Allgemeinen befinde er die Leistungen der Unparteiischen für gut. Auch in anderen Ligen gäbe es regelmäßig Probleme. Als Beispiel führte er die Begegnung Bayer Leverkusen-Borussia Dortmund an, die ebenfalls gestern stattfand und für großes Aufsehen sorgte.

Weniger gut heißt der Schiedsrichter-Boss, dass der Trabzonspor-Spieler Salih Dursun, der Bitnel die Rote Karte entnahm, sie ihm zeigte und anschließend selbst vom Platz flog, durch den Verein und die Medien zum Helden stilisiert werde.

Verhindern können wird Müftüoğlu dies mit seiner Aussage wohl kaum: Trabzonspor hat am Montag beschlossen, ein offizielles Fan-Tshirt mit der kuriosen Szene herauszugeben.