Die Zuschauer auf der Mittelmeerinsel erlebten dabei einen turbulenten Start. In der 18. Minute verursachte Trabzonspor-Verteidiger Sol Bamba einen Elfmeter, der dann durch Gaston Sangoy verwandelt wurde. Doch die Führung der Zyprer sollte nicht lange anhalten. Exakt eine Minute später spielte Neuzugang Florent Malouda den Spielverderber und traf per Kopfball zum 1:1-Ausgleich (19.).

Bis zur Halbzeitpause tat sich trotz einer temporeichen Partie nichts mehr, sodass beide Mannschaften mit dem Remis in die Halbzeit gingen. Nach dem Pausentee drehte besonders Trabzonspor-Star Malouda auf, der zusammen mit dem anderen prominenten Neu-Trabzoner Jose Bosingwa Akzente im Offensivspiel setzen konnte. Die Gäste vom Schwarzen Meer rissen immer mehr das Spiel an sich, sodass es nur noch eine Frage der Zeit war, bis die Mannen von Trainer Mustafa Akçay in Führung gehen. Im Rampenlicht standen dann jedoch nicht Malouda oder Bosingwa, sondern der für Paulo Henrique eingewechselte Yusuf Erdoğan.

Yusuf Erdoğan spielte bereits in der abgelaufenen Spielzeit unter Mustafa Akçay beim Zweitligisten 1461 Trabzon und wurde ebenso wie sein Trainer zum Erstligisten hochgelotst. In der Schlussphase erlöste dann eben jener Erdoğan die Gäste mit dem verdienten Führungstreffer. Der Flügelspieler wurde von Spielmacher Adrian Mierzejewski gut in Szene gesetzt und erzielte das 1:2 (86.). Kurz nach dem Tor hatte Trabzonspor jedoch sehr viel Glück, als der Underdog in der Schlussphase am Pfosten scheiterte. Somit erfüllt Trabzonspor die Pflichtaufgabe und entführt besonders dank dem Treffer von Erdogan drei Punkte aus Zypern.

Nach seinem ersten Europapokal-Auftritt meldete sich Akçay zu Wort und will vor allem „die jungen Spieler in die Mannschaft integrieren“. Mit den ersten drei Punkten auf dem Konto war der Trabzon-Coach zufrieden und blickt zuversichtlich auf die nächsten Aufgaben in der Europa-League: „Es war ein toller Start. Wir waren über die gesamten 90 Minuten spielbestimmend und haben die Begegnung zu Recht gewonnen. Ich bin davon überzeugt, dass wir uns in dieser Gruppe durchsetzen können und uns für die nächste Runde qualifizieren.“

Trabzonspor – die ‘Nummer Vier’ des türkischen Fußballs – ist weit weg von ihren Erfolgen aus der Vergangenheit. Der Verein versucht nun mit eigenen Werten und neuer Philosophie an alten Erfolgen anzuknüpfen.