Archivfoto: Kunden lassen sich in einem Friseursalon in Ankara die Haare schneiden. Foto: Mustafa Kaya/XinHua/dpa

Die Wirtschaft in der Türkei hat zu Beginn des Jahres trotz anhaltender Corona-Krise insgesamt merklich zulegen können.

Wie das nationale Statistikamt am Montag in Ankara mitteilte, stieg die Wirtschaftsleistung des Landes (BIP) im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Niveau des ersten Jahresviertels 2020 betrug das Wirtschaftswachstum 7,0 Prozent. Die Entwicklung war zuletzt besser als von vielen Expert:innen erwartet.

Besonders deutlich wuchsen zum Jahresstart der Konsum der privaten Haushalte und die Investitionen. Die Staatsausgaben stiegen ebenso. Auch der Außenhandel trug zum Wachstum der türkischen Volkswirtschaft bei, da die eigenen Exporte zunahmen, während die Einfuhren sanken.

Erkauft wird das Wirtschaftswachstum aber durch eine hohe Inflation und die weiterhin schwache Landeswährung Lira. Gegen beides geht die heimische Notenbank aus Sicht vieler Fachleute nicht ausreichend vor. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan ist erklärter Gegner hoher Zinsen, die die Türkei laut Expert:innen jedoch benötigt. Die Lira rangiert momentan gegenüber US-Dollar und Euro auf Rekordtiefständen. Nach neuen zinskritischen Aussagen des Präsidenten am Dienstagabend gab die Lira gestern erneut nach. Für einen Euro bekommt man heute 10,51 Lira.

dpa/dtj