Yalcin Görgöz (CHP)

Mehr als 280 Mitglieder der regierenden Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) in der westanatolischen Provinz Afyonkarahisar haben am Wochenende geschlossen die Partei verlassen und sich der oppositionellen Republikanischen Volkspartei (CHP) angeschlossen. Der Grund dafür lag in der Weigerung der Parteispitze, den von ihnen favorisierten Bürgermeisterkandidaten für den Bezirk Ihsaniye zu akzeptieren.

Auf dem Platz der Republik in Afyonkarahisar begrüßten der Vorsitzende des örtlichen CHP-Verbandes, Yalçın Görgöz, und der örtliche CHP-Abgeordnete Ahmet Toptaş, Tunay Türkmen als Bürgermeisterkandidaten der Republikaner für Ihsaniye. Darüber hinaus wurden fünf Kandidaten für den Bezirksrat vorgestellt.

Die früheren AKP-Mitglieder wurden von İhsan Yaşık repräsentiert, der im Rahmen der Veranstaltung ein eingerahmtes Dokument präsentierte, von dem er sagte, es wäre die Bestätigung der Austrittsschreiben von 288 Mitgliedern, das dem Vorsitzenden der Bezirksorganisation der AKP von Ihsaniye, Ayhan Uylaş, präsentiert worden wäre.

Yaşık begründete seinen Schritt damit, dass die AKP Veli Kaplan statt des von der lokalen Parteiorganisation gewählten Lokman Ekici unterstützt habe. Diesen habe der Verband jedoch nicht akzeptieren wollen. „Aus diesem Grunde haben insgesamt 288 Personen die AKP verlassen und sind Mitglieder der CHP geworden. Wir haben das Dokument eingerahmt, das zeigt, dass dem AKP-Bezirksvorsitzenden Ayhan Uylaş die Austrittsschreiben persönlich übergeben wurden. Wir werden dies nun im Parteibüro unseres CHP-Verbandes aufhängen.“

CHP-Abgeordneter verlässt Partei

Derweil verliert nicht nur die regierende AKP in der Türkei derzeit Mitglieder und Abgeordnete. Auch die CHP musste in den vergangenen Tagen einen Aderlass verkraften.

Nach dem Rücktritt des Bürgermeisters von Edirne, Hamdi Sedefçi, erklärte am Montag der Kırklareli-Abgeordnete Turgut Dibek seinen Rückzug aus der Partei. Damit hat die CHP noch 133 Abgeordnete im türkischen Parlament. Als Grund führte Dibek Diskrepanzen mit der Parteiführung im Vorfeld der am 30. März stattfindenden Kommunalwahlen an.

In den vergangenen Wochen hatten im Zuge der Korruptionsaffäre auch neun Abgeordnete der AKP ihre Partei verlassen. Die Regierungspartei weist allerdings bei insgesamt 550 Sitzen im türkischen Parlament noch 317 Sitze und damit eine lockere Mehrheit auf.