Der Vorsitzende der Partei der Nationalen Bewegung (Milliyetçi Hareket Partisi), Devlet Bahçeli, hat den jüngsten Streit zwischen Premierminister Recep Tayyip Erdoğan und dem Vorsitzenden der türkischen Rechtsanwaltskammer, Metin Feyzioğlu, als „Scheingefecht“ bezeichnet und beide für ihre Rolle im Zuge dieser öffentlichen Auseinandersetzung kritisiert.

Der Premierminister hätte sich, so Bahçeli, in einer psychischen Verfassung und mit Manieren gezeigt, die ihn eigentlich für eine mögliche Kandidatur zur Präsidentschaft disqualifizieren müssten.  

„In den letzten Minuten von Feyzioğlus Rede Zeter und Mordio zu schreien, deutet auf nichts anderes als ein faules und abgekartetes Spiel hin“, betonte Bahçeli und nannte das Ereignis einen „Skandal“, ob geplant oder nicht. Durch seinen Wutausbruch habe Erdoğan die Agenda in seine Richtung dirigieren wollen. Es sei kein eines Premierministers würdiges Verhalten, Redner zu unterbrechen, so Bahçeli.

Gleichzeitig kritisierte der MHP-Vorsitzende auch Feyzioğlu für seine Provokationen: „Der Präsident der Anwaltskammer hat sein demokratisches Recht ausgebeutet und die Geduld von Menschen strapaziert. Zeremonien sind nicht der Ort, um politische Belehrungen zu erteilen“, machte Bahçeli deutlich.