Die türkische Bankenaufsicht BDDK (Bankacılık Düzenleme ve Denetleme Kurumu) hat kürzlich die Unternehmenskontrolle über die Mehrheit der Vorzugsaktien der Bank Asya mit der Begründung übernommen, diese sei ihren gesetzlichen Informationspflichten im Zusammenhang mit der Vornahme von Wertpapierdienstleistungen nicht nachgekommen.

Rechtsanwalt Süleyman Taşbaş, der die 94 mit Sonderrechten ausgestatteten Aktionäre vertritt und der vor kurzem die Vorstandsmitglieder der Bank Asya ernennen durfte, sagte gegenüber der Bugün Daily, dass die Bank die sofortige Kontrolle über die Bankaktien zurückfordere.

Staatsfonds warf Bank Asya nicht ausreichende Transparenz vor

„Der BDDK verlängert das Verfahren in dieser Sache künstlich, obwohl die Aktien rechtmäßig den Anteilsinhabern zurückgegeben werden müssten“, erklärt Taşbaş. Man habe fehlende Dokumente als Grund für die Übernahme angegeben. Jetzt seien alle Anforderungen erfüllt worden und die Bank unterstehe damit einer unrechtmäßigen Verwaltung, so Taşbaş.

Der BDDK hatte behauptet, dass nur 37 statt der geforderten 51 Prozent der Unterlagen über die Anteilseigner eingereicht worden seien. Zu dem Umstand, dass am Montag 94 Prozent der Unterlagen eingereicht worden seien, äußerte sich Taşbaş wie folgt: „Wir benötigen nicht einmal einen Gerichtsbeschluss. Die Verwaltung muss in die Hände der Bank zurückgegeben werden. Wie dem auch sei: Der Prozess wird ohne verwaltungstechnische Gründe in die Länge gezogen.“

Am 03. Februar 2015 führte die Polizei eine großangelegte Razzia gegen die Bank durch, in weiterer Folge wurden 63 Prozent der Verwaltung der Group-A-Vorzugsaktien zwangsweise in den Besitz des Einlagensicherungsfonds (TMSF) übertragen.

Solidarität und Ergreifung des Rechtswegs

Nach der Ankündigung des TMSF, auf dem Wege einer Mehrheit an den Aktien nun auch einen neuen Verwaltungsrat zu berufen, gingen zahlreiche Kunden der Bank Asya in der ganzen Türkei aus Protest auf die Straße und wollten damit ihre Unterstützung für die Bank demonstrieren. Bank-Asya-Aktionäre legten Beschwerde bei der Bankenaufsicht ein, indem sie den Einlagensicherungsfonds der Beeinträchtigung der finanziellen Interessen der Aktionäre bezichtigte. Des Weiteren werde man den Rechtsweg beschreiten und 94 Millionen Türkische Lira als Ausgleich für die Übernahme fordern.