Masud Barzani

Die Zeitung Taraf meldet, dass die Vorbereitungen für die Gründung einer türkischen Version der Partei des nordirakischen Kurdenführers Barzani, der KDP (Demokratische Partei Kurdistans), bald fertig seien. Ehemalige Führungskräfte der PKK und weitere Namen seien seit einem Jahr zusammengekommen, um die Gründung der neuen Partei zu planen. Unter den Gründern der türkischen Fassung der KDP befinde sich auch Sertaç Bucak. Auch bestehe die Möglichkeit, dass sich Leyla Zana, welche sich mit der BDP, einer Partei in der Türkei, die nach eigenen Angaben die Interessen der Kurden vertritt, überworfen habe, nach der Gründung der neuen Partei beitreten werde.

Auf die neue Verfassung gewartet

Sertaç Bucak, der an den Gründungssitzungen der türkischen KDP teilnahm, teilte mit, dass die bereits seit sieben Monaten laufenden Vorbereitungen erst mit dem Besuch des Präsidenten der kurdischen Regionalregierung im Irak, Masud Barzani, an Dynamik gewonnen hätten. Bucak führte aus, dass die Vorbereitungen der Gründung unter dem Namen „Kurdisch Demokratische Plattform“ (kurdisch: „Platforma Demokrate Kurd“) geführt wurden und die neue Partei aus der gleichen Tradition stamme wie die KDP Barzanis im irakischen Teil Kurdistans: „Für die Gründung haben wir auf die Änderung der Verfassung gewartet. Denn wir wollen, dass in unserem Namen auch kurdische Begriffe vorhanden sind. Es sieht jedoch danach aus, dass sich die Verfassung nicht ändern wird. Aus diesem Grund haben wir vor, die Partei im Anschluss an die Kommunalwahlen zu gründen.“ Die Kommunalwahlen in der Türkei finden im Frühjahr 2014 statt.

Ehemalige PKK-Mitglieder stehen im Hintergrund

Andererseits heißt es Informationen einiger kurdischen Kreise zufolge, dass die neue Partei mit finanzieller und organisatorischer Unterstützung sowie einer Garantie seitens der KDP gegründet werde und die Vorbereitungssitzungen in Diyarbakır und Arbil in Koordination stattfinden würden. Angeblich würden an den Versammlungen ehemalige Mitglieder der KDP und der PKK zusammen teilnehmen.

Derweşê Sado aus Nusaybin, Yunus Altan aus Kozluk, Melle Arif aus Diyarbakır und Şefik Kutlu aus Silvan sollen sich unter den Namen deren befinden, die unter anderem an den Sitzungen teilgenommen haben. Vor der ersten Sitzung soll auch mit Nizamettin Taş, der sich von der PKK getrennt hat, und Sait Çürükkaya sowie Hıdır Sarıkaya gesprochen worden sein. Nizamettin Taş habe versprochen, an der Arbeit für die neue Partei teilzunehmen und sie aktiv zu unterstützen.

Im Sinne der Überlegung, dass die Erwähnung der Namen von Taş und seinen Freunden unter den Gründernamen einen falschen Eindruck erwecken könnte, wurde deren Beteiligung auf eine spätere Zeit verschoben.