In Istanbul soll eine Internationale Universität für Islamstudien entstehen. Das Präsidium für Religionsangelegenheiten (Diyanet) habe einen entsprechenden Antrag bei der Hochschulbehörde in Ankara gestellt, sagte Präsidiumsleiter Mehmet Görmez laut türkischen Medienberichten (Mittwoch). Für das Vorhaben soll eine bestehende Universität in Istanbul umgewandelt werden. Görmez wertete das Projekt als „bedeutsam für die islamische Welt und die ganze Menschheit“. An der neuen Universität soll in Türkisch, Arabisch, Persisch und Englisch gelehrt werden.

Die neue türkische Hochschule solle keine Konkurrenz zur renommierten Al-Azhar-Universität in Kairo bilden, sondern eine Ergänzung, sagte Religionsamtschef Görmez. Der Plan steht im Zusammenhang mit dem Ziel der türkischen Regierung, das Religionsamt stärker als bisher als Instrument der Außenpolitik zu nutzen. Im September hatte Ankara beschlossen, die Diyanet, die bislang vor allem für die staatstreue Auslegung des Islam in der Türkei selbst zuständig war, direkt Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu zu unterstellen. Der Schritt wurde als Zeichen dafür gewertet, dass die Behörde künftig besonders in der Nahost-Politik der Türkei eine größere Rolle spielen solle. (KNA/dtj)