31.01.2018, Türkei, Istanbul: Menschenrechtsaktivisten protestieren vor einem Gericht gegen das Verfahren gegen elf Menschenrechtler, denen Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation vorgeworfen wird. Auf den Plakaten fordern sie die Freilassung von Taner Kilic, dem Vorsitzenden von Amnesty International, der im Juni 2017 verhaftet worden ist und demnächst in Izmir vor Gericht gestellt werden soll. Foto: Lefteris Pitarakis/AP/dpa
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Nach mehr als sieben Monaten Untersuchungshaft hat ein Istanbuler Gericht die Entlassung des Amnesty-Vorsitzenden in der Türkei, Taner Kilic, angeordnet. Das teilte der Türkei-Experte von Amnesty-International, Andrew Gardner, am Mittwoch via Twitter mit. Gardner nahm als Beobachter an dem Prozess teil.

In dem Verfahren sind neben Kilic auch Peter Steudtner, sein schwedischer Kollege Ali Gharavi und acht weitere türkische Menschenrechtler angeklagt.

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Zum Prozessauftakt am 25. Oktober hatte das Gericht alle Angeklagten bis auf Kilic aus der U-Haft entlassen. Steudtner und Gharavi reisten am Tag darauf nach Berlin. Sie nehmen an der Fortsetzung des Verfahrens in Istanbul nicht teil.

Amnesty bezeichnet den Prozess als «politisch motiviert»

Den elf Menschenrechtlern wird «Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation» beziehungsweise Terrorunterstützung vorgeworfen, worauf bis zu 15 Jahre Haft stehen. Unter den elf Angeklagten ist auch die Amnesty-Landesdirektorin Idil Eser.

Amnesty bezeichnet den Prozess als «politisch motiviert». Vor Beginn des Verfahrens hatte die Organisation die Freilassung Kilics und eine Einstellung des Verfahrens gefordert.

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dpa/dtj
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