An der bulgarisch-türkischen Grenze haben Zollbeamte einen spektakulären Fund gemacht: Bulgarien hat den Schmuggel von rund 200 Kilogramm Heroin aus dem Iran verhindert, das für die Niederlande bestimmt war. Die Drogen im Wert von umgerechnet neun Millionen Euro waren in Tomatenpüree versteckt, wie eine Sprecherin des bulgarischen Hauptstaatsanwalts am Grenzübergang Lessowo zur Türkei am Mittwoch sagte.

Bei einer Röntgenkontrolle der Dosen sei aufgefallen, dass sie eine unterschiedliche Dichte gehabt hätten. Der Fahrer des Lastwagens mit iranischem Kennzeichen, ein Iraner, sei festgenommen worden. Ihm droht eine Haftstrafe zwischen 15 und 20 Jahren. Das Heroin soll vernichtet werden. Den Angaben zufolge ist dies die größte Menge Rauschgift, die Bulgarien nach dem EU-Beitritt 2007 an einer Grenze konfisziert hat.

Die Türkei gilt seit jeher als eines der wichtigsten Transitländer des internationalen Drogenhandels. Vor allem Heroin, Opium und Marihuana aus Afghanistan und dem Iran werden durch Anatolien nach Europa geschmuggelt. Eine besondere Bedeutung spielt dabei Istanbul als Nadelöhr, durch das die Waren gelangen müssen. Das macht die Stadt am Bosporus zu einem weltweit bedeutenden Drogenumschlagplatz.

An der türkisch-bulgarischen Grenze kommt es deshalb immer wieder zu spektakulären Funden, bisher jedoch  noch nicht in solchen Größenordnungen. Im Dezember letzten Jahres fanden Beamte 11 Kilogramm Heroin, die ein Schmuggler in einem Babykissen versteckt hatte. (dpa/ dtj)