10.08.2020, Türkei, Antalya: Das türkische Forschungsschiff "Oruç Reis" (M) fährt in Begleitung türkischer Kriegsschiffe über das Mittelmeer. Die Spannungen zwischen Griechenland und der Türkei im Streit um Erdgas im östlichen Mittelmeer dauern an. Während der gesamten Nacht zum 11.08.2020 bewegte sich die "Oruç Reis" in einem Seegebiet, das Griechenland als sogenannte Ausschließliche Wirtschaftszone versteht. Foto: -/Turkish Defense Ministry/AP Pool/dpa
Fortschritt im Konflikt um Erdgas im Mittelmeer: Die Türkei und Griechenland kündigen Sondierungsgespräche an. Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Ratschef Charles Michel hatten zuvor vermittelt. Derweil setzt die Türkei die Erkundung weiter aus.
Im Konflikt um Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer stehen die Zeichen zwischen Athen und Ankara auf Entspannung. Die Türkei und Griechenland kündigten an, ihre vor vier Jahren unterbrochenen Sondierungsgespräche erneut aufnehmen zu wollen.
Der Fortschritt ist auf eine Vermittlung von außen zurückzuführen. Eine Videokonferenz zwischen EU-Ratspräsident Charles Michel, Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan hatte die Lösung gebracht. Die Verhandlungen sollen demnächst in Istanbul stattfinden, hieß es aus Regierungskreisen der beiden Länder.

Forschungsschiff abgezogen

Einige Tage zuvor hatte die Türkei ein Forschungsschiff aus dem Gebiet vor den griechischen Inseln und westlich von Zypern abgezogen. Die Erkundungsmission des Schiffes hatte zuvor einen gefährlichen Konflikt der Nachbarländer entzündet (DTJ-Online berichtete). Seit der zweiten Augustwoche hatte die „Oruç Reis“ nach Erdgas gesucht.
Die EU hatte der Türkei zuvor ein Ultimatum gesetzt und mit zusätzlichen Sanktionen gedroht. Auf dem EU-Sondergipfel, der an diesem Donnerstag beginnt, sollten die genauen Maßnahmen erarbeitet werden.

Ankara zieht Reißleine

Die türkische Regierung, durch die schwächelnde Wirtschaft und die weltweite Corona-Pandemie schwer getroffen, zieht damit die Reißleine, um innenpolitisch keine weiteren negativen Konsequenzen zu verursachen.
Dennoch bleibt Ankara bei seiner Argumentation: Das Gebiet, in dem das Schiff nach Erdgas suchte, gehöre zum türkischen Festlandsockel und das Land habe damit das Recht, das Gas zu fördern.