Präsident Fikret Orman verspricht den Fans, dass das neue Beşiktaş-Stadion zur kommenden Spielzeit fertiggestellt sein wird.

Es ist eine schwierige Spielzeit für Beşiktaş Istanbul. Der türkische Traditionsklub spielt im Grunde genommen eine komplette „Auswärtssaison“. Das altehrwürdige İnönü-Stadion wurde abgerissen und an gleicher Stelle soll eine moderne Arena entstehen, die die treuen Anhänger des 13-maligen türkischen Meisters bereits über Jahre hinweg lautstark forderten. Im Zuge des Stadionbaus tragen die „Schwarzen Adler“ ihre Heimspiele in diversen Istanbuler Stadien aus.

Die Leidenszeit wird wohl bald jedoch ein Ende haben. Denn Vereinspräsident Fikret Orman persönlich prophezeit, dass das neue Beşiktaş-Stadion, die Vodafone Arena, schon im kommenden August fertiggestellt sein wird. Der Mobilfunkriese Vodafone wird ab der kommenden Saison Hauptsponsor bei Beşiktaş und sicherte sich zudem die Namensrechte der neuen Spielstätte.

Dass der türkische Spitzenklub ein neues Stadion bekommt, ist dem Vereinspräsidenten Fikret Orman zu verdanken. Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2012 feilt der Beşiktaş-Chef bereits am Stadionumbau. Er holte die notwendigen Erlaubnisse vom Staat ein und einigte sich mit einem führenden Bauunternehmen. Orman reiste quer durch Europa und begutachtete das Wembleystadion, das Berliner Olympiastadion und die Spielstätte von Juventus Turin. Letztere Arena dient dabei dem „neuen Inönü-Stadion“ als Vorbild. Die Bedeckung der Vodafone Arena wird jedoch dem Dach des Berliner Olympiastadions ähneln.

Eine Frage der Konkurrenzfähigkeit

Eigentlich sollte der Stadionumbau schon direkt nach seinem Amtsantritt im Jahr 2012 beginnen. Orman wollte keine Zeit verlieren, um stadiontechnisch zu den beiden anderen Istanbuler Vereinen aufzuschließen. Fenerbahçe spielt bereits seit einem Jahrzehnt im modernisierten Şükrü-Saraçoğlu-Stadion in Kadıköy. Galatasaray bekam vor einigen Jahren in Seyrantepe mit der hochmodernen Türk-Telekom-Arena ein neues Zuhause. Beide Vereine haben sich vor allem dank der größeren Stadien wirtschaftlich abgesetzt. Für Beşiktaş gilt es jetzt nachzuziehen. Die Vodafone Arena wird voraussichtlich über eine Kapazität von 40000 Zuschauerplätzen verfügen. Die Klubführung entschied vor Beginn der letzten Saison, den Stadionumbau um ein weiteres Jahr zu verlegen, da der Verein finanziell angeschlagen war und unter diesen Bedingungen sich zunächst im eigenen İnönü-Stadion rehabilitieren wollte.

Tapetenwechsel in der „Feda-Saison“

So rief Orman die „Feda-Saison“ („Feda“: türkischer Begriff für „Aufopferung“) aus, in der Beşiktaş auf überteuerte Stars verzichtete, vermehrt auf junge Spieler setzte und die Fans dazu ermunterte, regelmäßig Fan-Artikel zu kaufen, um den Verein wieder auf die Beine zu helfen. Ex-Präsident Yıldırım Demirören – aktuell Vorsitzender des türkischen Fußballverbandes – zahlte während seiner Ära unnötig hohe Transfersummen, unterschrieb hochdotierte Verträge und führte den Verein so fast in den Ruin. Unter Orman mobilisierten sich die Beşiktaş-Fans während der „Feda-Saison“ und unterstützen das junge Team durch die Krisensaison hinweg, in der man auf das europäische Geschäft verzichten musste, weil der Verein unter Orman-Vorgänger Demirören gegen die Regularien des Financial-Fairplays verstoßen hatte. Obwohl das Team unter dem damaligen Trainer Samet Aybaba nicht so hoch gehandelt wurde, mischte es lange Zeit im Titelrennen mit und erreichte dennoch einen verhältnismäßig guten dritten Platz.

„Jeder wird sehen, dass das Stadion schon in neun Monaten fertig ist“

Die „Feda-Saison“ ist zu Ende und Beşiktaş hat eine vielversprechende junge Mannschaft aufgebaut. Nun will Orman, der sich selbst auch als „Baumeister“ bezeichnet und den Verein nachhaltig und zielorientiert führt, den nächsten Schritt machen. Das İnönü-Stadion ist nahezu komplett abgerissen. Die türkische Tageszeitung „Milliyet“ berichtet nun unter Berufung auf Orman, dass die neue Arena schon im August fertiggestellt sein wird. „Das Stadion wird technologisch auf dem neuesten Stand sein. Es ist angerichtet. Jeder wird sehen, dass das Stadion schon in neun Monaten fertig ist. Nach der Grundsteinlegung werden wir das Schwerste bereits geschafft haben, denn der Abriss war schwieriger als der Aufbau. Wenn hoffentlich nichts dazwischen kommt, erwarten wir unsere Fans in der neuen Saison in ihrem neuen Zuhause“, gab sich Orman zuversichtlich, der beim Stadionumbau durch den türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan entscheidend unterstützt wurde. Erdoğan werde auch an der Grundsteinlegung der Vodafone Arena teilnehmen, hieß es kürzlich.