Nach dem Einsturz eines Bergwerkschachts in der südtürkischen Stadt Karaman sinken die Überlebenschancen für 18 eingeschlossene Kumpel. Am Mittwochvormittag bestand weiter kein Kontakt zu den Verschütteten, wie Energieminister Taner Yıldız erklärte.

Die noch eingeschlossenen Bergarbeiter schwebten in großer Gefahr. Wegen des Unglücks sagten die Behörden die Feierlichkeiten zum türkischen Nationalfeiertag am Mittwoch ab. Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan und Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu wollten laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Nachmittag zum Unglücksort reisen.

Auch die für den Abend geplante offizielle Einweihungsfeier des Präsidentenpalastes „Ak Saray“ wurde abgesagt. Der neue Amtssitz des im August gewählten Erdoğan kostete über 300 Millionen Euro und steht auf einer Fläche von mehreren hunderttausend Quadratmetern.

Laut dem Energieminister waren am Dienstag in mehr als 300 Meter Tiefe rund 11 000 Kubikmeter Wasser in den Schacht eingedrungen. 16 Arbeiter konnten sich demnach aus eigener Kraft retten. Die Unglücksursache sei noch unbekannt, erklärte Yıldız.

In der Türkei kommt es immer wieder zu Unfällen im Bergbau. In der westtürkischen Stadt Soma waren im Mai beim schwersten Grubenunglück in der Geschichte des Landes 301 Kumpel ums Leben gekommen. Damals brach im Schacht ein Feuer aus. Die Ursache für das Unglück von Soma wird offiziell weiterhin untersucht. (dpa/dtj)