Ein Büro der Nachrichtenagentur Cihan in Istanbul.

Auf Grund des hohen Andranges an die Wahlurnen könnte es zu Verzögerungen bei der Auszählung der Kommunalwahlergebnisse kommen. In einigen Wahllokalen ist die Frist zur Stimmabgabe auf 21 Uhr verlängert worden, damit Wähler, die noch in der Schlange vor dem Wahllokal stehen, ihre Stimme abgeben können. Die Oberste Wahlkommission hat die Sperrfrist zur Veröffentlichung der ersten – inoffiziellen – Wahlergebnisse aufgehoben. Derzeit sind etwa 14 % der Stimmen ausgezählt. Ersten Berichten zufolge liegt die AKP bei knapp über 40 % und damit deutlich vorn.

Unterdessen wurden mehrere der Hizmet-Bewegung nahe stehende Onlinemedien am Sonntagabend zum Ziel von Hackerattacken. Betroffen waren dabei unter anderem der Internetauftritt der Zaman sowie die türkischsprachige Seite der Nachrichtenagentur Cihan. Wer hinter den Angriffen steckt, ist zur Stunde unklar.

Cihan hatte die Wahl mit etwa 70.000 Mitarbeitern live vor Ort verfolgt. Premierminister Erdoğan hatte die Hizmet-Bewegung öffentlich für die Korruptionsermittlungen verantwortlich gemacht, ohne dafür Beweise vorzulegen. Er sprach von einem „dreckigen Komplott“ und kündigte Gerichtsverfahren gegen die Bewegung an, sofern die AKP siegreich aus den Kommunalwahlen hervorgehen werde.

Kurz nach Schließung der Wahllokale hat der für die regierende Partei für Gerechtigkeit und Entwicklung (AKP) in Kayseri in die Große Nationalversammlung gewählte Abgeordnete Ahmet Öksüzkaya sein Mandat niedergelegt. Er erklärte über Twitter, die politische und rechtsstaatsliche Auffassung seiner Partei nicht mehr mittragen zu können.

Die AKP hatte 2011 bei den Parlamentswahlen in Kayseri 64,9% der Stimmen auf sich vereinigen können.