Anlass für die Versetzungen sind nach wie vor die Korruptionsermittlungen, die im Dezember des letzten Jahres bekannt geworden waren, und die neben den Söhnen dreier damaliger Minister auch noch regierungsnahe Geschäftsleute und den Generaldirektor einer staatlichen Bank betroffen hatten.

Erste Medienberichte gingen davon aus, dass 500 Beamte des Ankara Polizeidepartments ihrer Posten enthoben und anderen Aufgaben zugeführt worden waren, regelmäßig mit geringeren Befugnissen. Mit der jüngsten Versetzungsoffensive ist die Zahl der Amtsenthebungen seit Bekanntgabe der Ermittlung auf 2000 angestiegen. Am Donnerstagnachmittag wurden zudem 274 Beamte der Polizei von Izmir auf andere Posten versetzt.

Auch in Gaziantep verloren mindestens 27 Polizeibeamte ihre bisherigen Wirkungsbereiche. Der Gouverneur der Provinz, Erdal Ata, gab bekannt, dass diese Anzahl an Beamten neuen Tätigkeitsbereichen zugeteilt worden seien.

Auch Mersin bleibt von weiterem Kahlschlag nicht verschont. Nachdem bereits in der Vorwoche 50 Beamte der nachrichtendienstlichen Abteilung und zu Beginn des Jahres 15 Polizeichefs und fünf stellvertretende Polizeichefs ihre Büros räumen mussten, wurden nun 100 weitere Beamte versetzt. Betroffen waren dabei vor allem Einheiten mit Bezug zu Aufgaben der öffentlichen Sicherheit.