Seit einigen Tagen wird darüber diskutiert, wonach die Türkei für einen Teil der griechischen Schulden aufkommen werde. Die Forderung hatte Ertuğrul Kürkçü von der oppositionellen HDP gestellt. Anders als vermutet kam von der Regierung keine Kritik.

Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci betonte, dass man über solch einen Vorschlag nachdenken werde. Auch Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu betonte in der AKP-Fraktionssitzung am Dienstag, dass die Türkei alles Nötige unternehmen werde, um dem Nachbarland zu helfen. „Ich möchte Griechenland meine Solidarität bekunden. Wir möchten in unserer Nachbarschaft starke Länder haben, mit denen wir in Frieden leben können“. In der Vergangenheit gab es zwischen Ankara und Athen immer wieder Probleme, bedingt vor allem mit den Geschehnissen rund um den Ersten Weltkrieg.

Der Regierungschef machte auf den Kooperationsrat zwischen beiden Staaten aufmerksam. „Wir werden auf gar keinen Fall davon profitieren, wenn einer unserer Nachbarn schwächelt. Als Griechenland sich in der Wirtschaftskrise befand, haben wir den Kooperationsrat dieser Logik folgend eingerichtet“, sagte Davutoğlu. Die Ägais müsse zu einem „Meer des Friedens“ werden und das Zypern-Problem der Vergangenheit angehören.

Davutoğlu sprach auch einen Griechenland-Besuch an, um „gemeinsame Schritte zu besprechen“. Wann diese Visite stattfinden soll, ließ der Regierungschef aber offen.