Aufgrund ihrer unvergleichlich köstlichen Aprikosen wird die Stadt auch „Aprikosengarten der Türkei” genannt. Richtig, es ist die Rede von Malatya. Wussten Sie, dass 95% der in Europa gehandelten getrockneten Aprikosen aus Malatya stammen? Sie werden in alles mögliche verarbeitet: Shampoo, Seife, Zahnpasta, Konfitüre, Creme, Kosmetik, Öle, Sirup, Medizin und sogar zu Döner! Die Aprikosen werden aufgekocht und die Masse wird zu einem großen Spieß geformt, von dem, wie beim richtigen Döner, dünne Schichten abgeschnitten werden.

Der Tag beginnt hier rund um die in der Stadt gelegenen Ulu Camii. Bereits am frühen Morgen werden unzählige Stände mit den verschiedensten Waren aufgebaut. Der Basar, der sich in den umliegenden Gassen erstreckt, ist vor allem für Touristen interessant. Auch kann man miterleben, wie Holz- und Metallwaren vor Ort handwerklich hergestellt werden.

Die Stadt Malatya ist ein Zentrum von verschiedenen Religionen und Ethnien. Die Yusuf Ziya Paşa, Arapgir Ulu, Melik Sunullak Moscheen so wie die Venk und Taşhoron Kirchen stehen ihren Besuchern zur Verfügung. Kanalboyu ist eine Meile, an der man sich gerne mit Familie und Freunden trifft. Dort gibt es viele Cafés , vor allem Eis wird hier gern gegessen. Außerdem ist der Ort von vielen Brunnen umgeben, was für eine entspannte und friedliche Atmosphäre sorgt.

Turgut Özal, der 8.Staatspräsident sowie einstiger Ministerpräsident der Türkei, stammte ebenfalls aus Malatya. Ursprünglich stammt der Name Malatya von dem hethitischen (einer ausgestorbenen Indogermanischen Sprache) Wort „Melid”, was übersetzt „Honig” bedeutet und in Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage in Verbindung gebracht werden konnte. Von den Arabern wurde sie Malatiyye genannt und die Türken veränderten den Namen zu Malatya.

Neben dem Kulturreichtum Malatyas erwartet Sie auch ihre einzigartige Küche. Die Suppe Kara Çorba, die Maulbeerenfülle, Fleischbraten auf Blech, Tiritli Fasulye (Bohnengericht), Patlıcan Dövmesi (Auberginengericht) und dazu noch Frikadellen mit mehr als 70 Sorten; Säfte und Marmeladen aus Cherry, Pflaumen, Kornellkirschen sind Spezialitäten werden hier in den Restaurants serviert.

Arslantepe

In der Nähe des Dorfes Orduzu liegt Arslantepe, wo früher die Reste eines osmanischen Palastes aus dem 16. Jh. standen. Man findet Reste aus der hethitischen, späthethitischen und assyrischen Residenzstadt. Der Rest des Palastes mit großem Torbau wurde freigelegt, der mit monumentalen Portallöwen und reliefierten Steinplatten ausgestattet war. Ein weiterer Palast stammt aus der Zeit, als Milid assyrische Provinzzentrale war. Im Museum für Anatolische Zivilisation in Ankara sind Funde ausgestellt. Aus dem Grabungsgelände plant man ein Freizeitmuseum zu machen.

Eski Malatya

Eski Malatya („Altes Malatya”) entstand im ersten nachchristlichen Jahrhundert unter dem Namen Melitene. Der Ort ist berühmt für die Legende, die besagt, dass auf ein Gebet christlicher Soldaten hin ein Blitz die Gegner der Legion erschlagen haben soll. Das Dorf ist umgeben von Obstbäumen und Pappeln. Von der einstigen byzantinischen Stadtmauer sind nur noch Reste erhalten. Auch zwei Mausoleen mit kleinen Friedhöfen gibt es dort zu sehen. Die Ulu Cami ist teilweise verschüttet und wurde 1247 aus älteren Grundmauern einer Moschee aus dem 7.Jh. gebaut, die nach der Zerstörung durch die Byzantiner von Al-Mansur 765 wieder aufgebaut worden war. Die Yeni Cami stammt, wie die Ulu Cami, aus seldschukischer Zeit und wurde 1307 erbaut. Im Nordosten steht eine gut erhaltene Karawanserei, Mustafa Paşa Hanı, die 1623-1640 von Mustafa Paşa, einem General des Osmanenherrschers Murat IV., gestiftet worden war.

Nemrut Dağı

Ein Teil des Nemrut Dağı (Nemrut Berg), auch Hierothesion genannt, gehört seit 1897 zum UNESCO Weltkulturerbe. Es wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts v. Chr. auf Befehl von König Antiochos I errichtet.

Der Nemrut Dağı liegt im Norden der türkischen Provinz Adıyaman, an der Grenze zu Malatya. Auf dem Berggipfel befinden sich zahlreiche Steinskulpturen, die jeweils bis zu neun Metern erreichen. Sie sollen folgende Götter darstellen: (von links nach rechts) Antiochos, Kommagene, Zeus-Oromasdes, Apollon-Mithras-Helios-Hermes und Herakles-Artagnes-Ares. Quellen zufolge stammen aus dem kommagenischen Königreich. Der deutsche Historiker Friedrich Karl Dörner entzifferte nahezu alle Inschriften auf dem Nemrut. 1956 versuchte er einen Weg zum geheimen Grab des Antiochos zu finden. Zunächst konnte man den Berg nur von Adıyaman besteigen, doch 2012 wurde von Malatya aus ein Weg zu dem Berg gebaut, von dem man aus schneller zu dem Berg gelangt.

Malatya-Museum

Die vielen archäologischen und ethnographischen Quellen, insgesamt 15.518 Werke, befinden sich zu einem Großteil im Malatya-Museum. Darunter Fossilien aus Sandgruben und -felsen, sowie Funde aus der Zeit der Hethiter, Uratäer, Römer, Byzanz, Seldschuken und Osmanen.

Seldschukische Madrasa

Die seldschukische Madrasa (Lernzentrum) wurde von dem armenischen Architekten Tagavour, Sohn des Stepan erbaut. Mit ihr entstand ein Internat-ähnliches Gebäude mit Bettsälen, einer Bibliothek und Lehrräumen für Studierende.