Bis 30. Juni haben Anbieter aus NATO-Staaten noch Zeit, Ankara ein besseres Angebot für ein System zur Raketenabwehr zu unterbreiten als China.

Die Türkei hat die Frist für Evaluierung der Angebote im Zusammenhang mit der mehrere Milliarden schweren Ausschreibung um ein System zur Raketenabwehr ausgedehnt, obwohl das Geschäft vorläufig an China vergeben worden ist, teilte ein Offizieller des türkischen Verteidigungsministeriums am Mittwoch mit.

Die Verbündeten der Türkei innerhalb der NATO hatten Bedenken geäußert, als Ankara im September das chinesische FD-2000-System den französisch-italienischen Anbietern von Eurosam und der US-Firma Raytheon Co. vorzog. Ankara verwies dabei auf die wettbewerbsfähigsten Bedingungen, welche die Chinesen geboten hätten und darauf, dass ein Teil der Produktion in der Türkei selbst stattfinden könnte.

China hofft auf 3,4-Milliarden-Deal

Ein Offizieller, der wegen der Sensibilität des Themas nicht genannt werden wollte, teilte nun mit, dass die Angebote bis zum 30. Juni als gültig betrachtet würden. Für China wäre es ein Durchbruch, Zulieferer im Bereich fortgeschrittener Waffensysteme werden zu können. Türkische Offizielle hatten über Monate hinweg betont, es wäre kein voreiliger Schluss, davon auszugehen, dass Ankara am Ende den 3,4-Milliarden-Deal mit der China Precision Machinery Import and Export Corp. (CPMIEC) abschließen werde.

Die USA und die NATO sind unglücklich mit dieser Entscheidung, da CPMIEC unter US-Sanktionen steht. Das Unternehmen soll auch Teile an den Iran, Syrien und Nordkorea liefern, deren Export in diese Gebiete nach US-Gesetzen zur Verhinderung der Proliferation von Massenvernichtungswaffen untersagt ist. Nach heftiger Kritik der NATO hatte die Türkei im letzten November angekündigt, in etwa einem halben Jahr eine endgültige Entscheidung zu treffen.

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