Safak Pavey von der CHP.

Die türkische Große Nationalversammlung hat die Hindernisse für das Tragen von Hosen durch Frauen im Parlament abgebaut. In einem Gesetzesvorschlag der AKP wurde die im vorhandenen Gesetz vorhandene Bezeichnung von „Damen” in „Frauen” und die Wortfolge „Damen tragen Anzüge” in „Frauen ziehen Jacken und Rock oder Jacken und Hosen an” umgeändert.

Der Legislativvorschlag, welcher es möglich machen soll, dass Frauen im Parlament Hosen tragen dürfen, wurde am Donnerstag auch seitens der Verfassungskommission diskutiert und schließlich angenommen. Damit ist auch das Hosenverbot aufgehoben.

Als in der Vorwoche vier Abgeordnete der AKP mit Kopftuch in das Parlament eingetreten waren, hatte die CHP daraufhin die Frage des Rockzwangs auf die Tagesordnung gebracht. Aufgrund der Tatsache, dass die CHP-Abgeordnete Şafak Pavey (Foto) – welche aufgrund eines Unfalls ihren linken Arm und ihr Bein verloren hat – das Parlament nicht mit einer Hose bekleidet betreten konnte, hat die Opposition (CHP) eine Anfrage hinsichtlich einer Änderung der diesbezüglichen Gesetzesbestimmung gestellt.

Die Anfrage der CHP hat die Regierung in Bewegung gebracht. Somit haben die Gruppen- und Führungsvertreter der AKP im Schnellverfahren einen Änderungsvorschlag vorbereitet.

Auch die MHP und die BDP haben den Vorschlag der AKP begrüßt und mit ihren Unterschriften unterstützt. Doch die CHP hat sich gegen den Vorschlag gestellt und nicht unterschrieben. Denn sie wollte, dass stattdessen jener Vorschlag angenommen werde, den sie bereits zu einem früheren Zeitpunkt dem Parlament vorgelegt hatte.

„Weil unser Angebot im Parlament bereits auf Umsetzung wartet, ist ein neuer Vorschlag nicht nötig – aus diesem Grund haben wir den Entwurf der AKP nicht unterschrieben. Die wichtigste Oppositionspartei wird somit der Änderung keine Unterstützung leisten”, teilte CHP-Vorstandsmitglied Akif Hamzaçebi mit.