Die Kämpfe zwischen türkischen Sicherheitskräften und PKK-Terroristen gehen mit voller Härte weiter. Ab Montagabend um 23.00 Uhr Ortszeit wurden im Südosten der Türkei in den Städten Nusaybin und eine Stunde später in Yüksekova Ausgangssperren verhängt. In Nusaybin werden 2000 PKK-Kämpfer vermutet. In beiden Städten wurden mittlerweile 20.000 Sicherheitskräfte zusammengezogen worden. Sie sollen dort laut türkischen Medien „Säuberungsaktionen“ vornehmen. Diese sollen gegebenenfalls zwei Monate andauern und bis an die Grenze zum Irak und Iran ausgeweitet werden. Auch in Şırnak wurde eine Ausgangssperre verhängt.

Dass bei diesen Anti-Terror-Operationen auch viele unschuldige Zivilisten umkommen und die Kämpfe verbrannte Erde zurücklassen, zeigt ein Bericht der Demokratik Bölgeler Partisi DBP (Partei der Demokratischen Regionen) über die Situation in Cizre. Während der 80 Tage andauernden Ausgangssperre fanden Kämpfe zwischen Sicherheitskräften und Terroristen statt. Die Partei hatte Mitarbeiter am 10. und 11. März in die Stadt geschickt und ließ deren Eindrücke und Feststellungen in einem Bericht zusammenfassen.

Dem Bericht zufolge, dessen Authentizität schwer überprüfbar ist, seien bei den Gefechten 300 Zivilisten ums Leben gekommen. 80 Prozent der Gebäude hätten Schäden davongetragen. Verletzte Menschen sollen durch Verbrennen getötet und ihre Überreste heimlich beigesetzt worden sein. Es befänden sich noch immer Leichen unter den Trümmern. Sicherheitskräfte und PKK-Anhänger werfen sich immer wieder gegenseitig vor, für den Tod von Zivilisten verantwortlich zu sein.