Die US-Botschaft in Ankara hat erneut eine Terrorwarnung herausgegeben. Auf ihrer Internetseite informiert sie, dass es „glaubwürdige Drohungen gegen touristische Ziele gibt, insbesondere öffentliche Plätze und Häfen in Istanbul und Antalya“. Amerikanische Staatsbürger werden deshalb dazu aufgerufen, „extreme Vorsicht“ walten zu lassen, wenn sie sich in der Nähe solcher Orte aufhalten, und zur eigenen Sicherheit lokale Medien zu verfolgen.

Bereits gestern hat das israelische Außenministerium seine Landsleute vor einem „hohen Anschlagsrisiko“ gewarnt und ihnen geraten, nach Möglichkeit die Türkei zu verlassen. Der Attentäter, der sich am 19. März in Istanbul in die Luft gesprengt hat, hatte mutmaßlich gezielt israelische Touristen ins Visier genommen.

Sicherheitswarnungen der amerikanischen und deutschen Botschaften hatten in den vergangenen Wochen mehrfach für Aufsehen gesorgt, weil sich kurz nach ihrer Veröffentlichung tatsächlich schwere Anschläge ereigneten. So hatte die US-Botschaft am 11. März, zwei Tage vor dem verheerenden Anschlag in Ankara mit 37 Toten, ebenfalls eine Terrorwarnung herausgegeben.

Zum Politikum wurden Sicherheitsvorkehrungen der deutschen Botschaft, des deutschen Generalkonsulats und anderer deutscher Einrichtungen in der Türkei zwei Tage vor dem Anschlag auf der Istiklal Caddesi in Istanbul. Türkische Behörden hatten dem Auswärtigen Amt daraufhin vorgeworfen, mit den Warnungen die Stimmung im Land zu missbrauchen und Angst zu schüren. Am darauffolgenden Tag – die Einrichtungen waren noch geschlossen – ereignete sich der Anschlag.