Nach der zweiten Verletzung des türkischen Luftraums durch russische Kampfjets hat die Regierung in Ankara erneut den russischen Botschafter einbestellt. Man habe noch einmal betont, dass ein solcher Vorfall nicht wieder vorkommen sollte, sagte eine Sprecherin des türkischen Außenministeriums am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Die russische Botschaft in Ankara teilte der Agentur Interfax zufolge mit, der Vorfall werde überprüft.

Nach einer ersten Verletzung des türkischen Luftraums am Samstag hatte die Türkei dem russischen Botschafter bereits eine Protestnote übergeben und vor einer Wiederholung gewarnt. Am Sonntag drangen russische Kampfjets erneut in die Türkei ein, wie das Außenministerium bestätigte.

Nach Angaben der Nato handelte es sich um Maschinen vom Typ SU-30 und SU-24. Die Vorfälle ereigneten sich in der Region Hatay, die an der Grenze zu Syrien liegt.

Das Bündnis erklärte, es sehe so aus, als habe Russland den Luftraum mit Absicht verletzt. Ähnlich äußerte sich der türkische Staatspräsident am Dienstag bei seinem Staatsbesuch in Belgien. „Weder die Nato noch die Türkei können das akzeptieren. Wenn Russland seine Partnerschaft mit der Türkei aufs Spiel setzt, wird es viel verlieren“, so Erdoğan, der erst vor zwei Wochen in Moskau war, um einer Moschee-Eröffnung beizuwohnen. Dort traf er auch seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin.

Russland fliegt seit dem vergangenen Mittwoch Luftangriffe auf Stellungen der Terrormiliz IS und anderer Rebellen in Syrien. Russland ist ein Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad. Die Türkei dagegen unterstützt Rebellengruppen, die gegen Assad kämpfen. (dtj/dpa)