Für rund 18 Millionen Schüler und 900 000 Lehrer hat in der Türkei das neue Schuljahr 2016/2017 begonnen.
Alle öffentlichen und privaten Schuleinrichtungen des Landes werden sich in der ersten Woche anstatt des regulären Lehrplanes auf das Thema des gescheiterten Putschversuches vom 15. Juli. 2016 fokussieren.

Wie der türkische Nachrichtensender „Habertürk“ berichtet, werden an den Eröffnungszeremonien der Schulen für das neue Lehrjahr die Angehörigen der Opfer des Putschversuches teilnehmen. Zudem erhalten alle Schüler eine vom türkischen Bildungsministerium erarbeitete Informationsbroschüre zum Putschversuch.

Wie das türkische Online-Medium „T24“ berichtet, steht für diese Woche – unabhängig von der Schulform – an allen Schulen des Landes ein einheitliches Programm unter dem Namen „Gedenken an die Opfern des 15. Juli und der Sieg der Demokratie“ fest.
Das türkische Bildungsministerium sieht vor, dass am zweiten Tag der Woche die Schüler der höheren Schulstufen einen Meinungsaufsatz zum gescheiterten Putschversuch schreiben sollen. Am dritten Tag wird den Schülern eine Reihe von Gedichten bezüglich des gescheiterten Putschversuches vorgetragen. Am Tag darauf sollen Seminare sowie Diskussionsrunden zu den Themen „Einheit in der Nation“, „Vaterlandsliebe“ und „Demokratie“ abgehalten werden. Und schließlich werden am letzten Tag der ersten Schulwoche die Schüler der religiösen „Imam-Hatip“-Schulen Teile aus dem Koran rezitieren.

Zudem sollen den Schülern die gesamte Woche lang Filme über den gescheiterten Putschversuch gezeigt werden – mit Videoausschnitten aus der Nacht des 15. Juli und Reden des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan.

Nach der ersten Woche soll wieder der reguläre Lehrplan aufgenommen werden. Der gescheiterte Putschversuch soll jedoch über das ganze Schuljahr ein wichtiges Thema bleiben.